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NO FUN AT ALL

Seventh Wave

Die 1991 gegründeten NO FUN AT ALL waren einst Teil des schwedischen Melodic-Punk-Triumvirats der Neunziger, bestehend aus eben NFAA, SATANIC SURFERS und MILLENCOLIN – und alle drei veröffentlichten auf Burning Heart Records, das damals zum europäischen Gegenstück von Fat Wreck und Epitaph wurde. Nach der Jahrtausendwende wurde es holpriger für die Band, Auszeiten und Besetzungswechsel folgten, aber ab 2017 waren sie dann, besetzungsmäßig runderneuert, wieder da veröffentlichten auf dem etwas seltsamen Bird Attack-Label das Album „Grit“, das erste seit zehn Jahren. Seitdem sind NFAA wieder richtig am Start, touren, sofern es die Jobs und die Pandemie erlauben, wieder weltweit, und mit „Seventh Wave“ haben Sänger Ingemar Jansson und Co. ihr – ha! – siebtes Album veröffentlicht. Die wenig überraschende und für langjährige Fans gute Nachricht: Es gibt im Grunde nichts Neues zu berichten aus Skinnskatteberg, jenem Kaff in der Mitte von Schweden, das nicht weit von Fagersta liegt, wo einst Burning Heart gegründet wurde – Band wie Label waren damals Kinder der Provinz, Sänger Ingemar ist es heute noch, führt dort den Elektroinstallationsbetreib seines Vaters weiter und sinniert etwa in „It’s not a problem“ über das Leben dort. Eher reflektierend und fragend sind die Texte, durchaus sozialkritisch, aber nicht offensiv. Wie eben auch die Musik: Der unverkennbare Melodic-Punk mit Ingemars charakteristischer Stimme, wie man ihn in den Neunzigern schon schätzte, läuft hier erfreulich vertraut runter und durch und rein und macht so viel Spaß wie eh und je.