
Punkrock mit Frauenstimme steht gerade verdammt hoch im Kurs und auch hierzulande machen immer mehr großartige Bands mit Frauen am Mikrofon von sich reden. Hierzu zählen auch die Hamburger:innen SHELLYCOAT, die nun mit ihrem dritten Langspieler aufwarten. Während sie auf den beiden Vorgängern, „Neonsomnia“ von 2015 und „Hide The Knives“ von 2020, noch stark auf flotten, melodischen Skatepunk fokussiert waren – das Quintett macht aus seinen Idolen der goldenen Melodycore-Jahre keinen Hehl –, ist auf „The Darkness Shines So Bright“ nun vieles anders. Erfrischend anders. Denn die insgesamt zehn Songs klingen deutlich vielseitiger, poppiger und ausgereifter als noch in der Frühphase der Band. Mit Leichtigkeit und Finesse bewegen sie sich an der Schnittstelle von 1990er Emo, Indie und Punkrock kalifornischer Prägung. Szenepuristen mag das möglicherweise zu weit ausgeholt wirken, doch funktionieren hier alle Songs wunderbar mit- und nebeneinander. Neben Sängerin Karens schöner Stimme geben neuerdings auch Piano und Chorgesang den Ton an, zwischendurch wird aber auch immer wieder mal das Gaspedal durchgetreten. Seine Wurzeln vergisst man eben nicht. Ein wirklich hörenswertes Album.
© by - Ausgabe # und 15. Juni 2020
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #151 August/September 2020 und Gary Flanell
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #96 Juni/Juli 2011 und David Schumann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #123 Dezember 2015/Januar 2016 und Christian Krüger
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #84 Juni/Juli 2009 und Lars "Abel" Gebhardt
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #89 April/Mai 2010 und David Schumann
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #178 Februar/März 2025 und Christoph Siart