
Waren die früheren Veröffentlichungen der Irgendwas-mit-Core-Band aus New York an vielen Stellen noch arg kantig, schräg und experimentell, haben sich SHOW ME THE BODY für den großen Sprung ganz eindeutig neu sortiert. Auf „Alone Together“ treten sie den Beweis an, dass Hardcore gleichermaßen authentisch, aber auch stylisch, smart, aber auch mitreißend, tanzbar, aber auch brutal sein kann. Schon seit Beginn hat die Band unter dem Dachbegriff Corpus ein inhaltliches Konstrukt um sich herum geschaffen, bei dem der Community-Gedanke im Mittelpunkt steht. Einerseits greifen sie damit einen Urgedanken von Punk und Hardcore auf, der die Gemeinschaft von Außenseitern in den Mittelpunkt stellt, auf der anderen Seite betonen sie, dass ihre Kunst nicht in einem isolierten Raum entsteht, sondern das Ergebnis einer kollektiven Leistung ist, die aus weit mehr als den drei Musikern besteht. Musikalisch werden dafür nicht nur offensichtliche Genres bemüht, sondern es wird auch immer wieder in Richtung HipHop oder auch Sludge geschielt. Nicht zu vergessen natürlich, dass das Banjo bei SHOW ME THE BODY nicht nur zur Zierde auf die Bühne getragen wird. Hier kommt und vor allem passt alles zusammen. Wer die Evolution des Hardcore fernab von TURNSTILE oder ANGEL DU$T miterleben will, wird an SHOW ME THE BODY und „Alone Together“ nicht vorbeikommen.
© by Fuze - Ausgabe #119 August/September 2026 und Christian Biehl