SLEEPY HOLLOW

Obwohl Johnny Depp ein langjähriger Freund von Tim Burton und Patenonkel der beiden Kinder aus der Ehe mit Helena Bonham Carter ist, scheint der Regisseur kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit mit dem abgehalfterten Piraten-Darsteller zu haben, der inzwischen mehr durch die Klatschpresse geistert, als durch gute neue Filme auf sich aufmerksam zu machen. Das erste Mal tauchte Depp 1990 in „Edward mit den Scherenhänden“ auf, danach dann in „Ed Wood“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Sweeney Todd“, „Alice im Wunderland“ und zuletzt 2012 in „Dark Shadows“. 1999 drehte Depp zusammen mit Burton „Sleepy Hollow“, lose angelehnt an Washington Irvings Novelle „Die Sage von der schläfrigen Schlucht“ („The Legend of Sleepy Hollow“) von 1809, in der ein kopfloser Reiter, zu Lebzeiten ein deutscher Söldner, als Geist den Bewohnern des Dörfchens Sleepy Hollow erscheint. In Burtons „Sleepy Hollow“ wird aus dem an sich harmlosen Geist eine deutliche dämonischere Erscheinung, die einigen Dorfbewohnern die Köpfe abschlägt. „Sleepy Hollow“ wurde bereits im letzten Jahr als 4K Ultra HD-Edition veröffentlicht, die Neuauflage erschien jetzt im schön aufgemachten Steelbook zusammen mit einer normalen Blu-ray – auf einer früheren Blu-ray von Constantin war allerdings deutlich mehr Bonusmaterial enthalten. Der Film wartet mit einer tollen Besetzung auf, neben Depp als eigenwilligem Ermittler Ichabod Crane sind Christina Ricci, Christopher Lee, Michael Gough, Martin Landau, Jeffrey Jones und Christopher Walken zu sehen, der seine Rolle als „Der Hesse“ als sehr unbefriedigend empfunden haben muss, taucht er doch meist nur als kopfloser Spezialeffekt auf. Ansonsten ist „Sleepy Hollow“ eine für Burton typische herrlich makabere, visuell beeindruckende Hommage an den Gothic-Horror der britischen Hammer-Produktionen.

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