SMILE 2 - SIEHST DU ES AUCH?

Mit „Smile“ hatte Parker Finn 2022 nach einigen Kurzfilmen sein Spielfilmdebüt gedreht, in dem eine Psychotherapeutin Zeugin eines bizarren Suizids wird. Fortan suchen sie mysteriöse Halluzinationen heim, in denen gruselig lächelnde Gestalten auftauchen, die die Betroffenen über kurz oder lang in den Selbstmord treiben. Also versucht die Therapeutin mit ihrem Ex-Freund Joel (Kyle Gallner), der zufälligerweise Polizist ist, den Ursprung dieser Selbstmord-Kette ausfindig zu machen und diesen Fluch zu stoppen, der auch ihr eigenes Leben bedroht. Finn gelang mit „Smile“ ein durchaus kompetent gemachter Horrorfilm mit hohem Anteil an Schock-Effekten, letztendlich variiert er aber nur minimal das Schema des 1998 entstandenen japanischen Films „Ring“ und seiner zahlreichen Fortsetzungen und Kopien. Warum ich mir Finns Fortsetzung überhaupt angeschaut habe, lag wohl am Trailer von „Smile 2“, der recht wild aussah. Auch der komplette Film enttäuscht in dieser Hinsicht nicht, bis hin zum absurden Finale, das dem des ersten Film ähnelt, aber wesentlich gelungener ist. Zu Beginn trifft man wieder auf Kyle Gallner als Joel, der eine Verbindung zum ersten Teil herstellt, was aber relativ bedeutungslos ist, denn das Konzept des Fluchs erschließt sich auch, ohne dass man „Smile“ gesehen hat. Opfer des Fluchs wird hier die beeindruckende Naomi Scott als durch Drogen und einen schweren Unfall psychisch angeschlagener Popstar Skye Riley, eine Mischung aus Lady Gaga und Britney Spears, die zum Opfer eines immer bedrohlicher werdenden Verfolgungswahns wird. Finn dreht hier völlig frei bei der visuellen Erschütterung der uns bekannten Welt und hat über zwei Stunden richtig viel Spaß mit der Fortführung seiner Idee aus Teil 1. Gleichzeitig ist „Smile 2“ aber auch eine bissige Bestandsaufnahme der dunklen Seiten des Showbusiness.

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