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LOS STRAITJACKETS

Somos

In den letzten zehn Jahren machten sich die STRAITJACKETS vor allem als Backing-Band von Nick Lowe einen Namen, mit neuem eigenen Material herrschte einstweilen Stillstand. „Somos“, deutsch: „Wir sind“, lautet der Titel der nun erschienen Songsammlung von dem Quartett mit den mexikanischen Wrestlingmasken. Der traditionsreiche Surf- und Instrumental-Rock-der Band bleibt das Fundament, doch das Gesamtbild wirkt ruhiger, wärmer und ist stärker auf Klangqualität und Struktur ausgerichtet als bei früheren Veröffentlichungen. Produziert von Alex Hall und Jake Guralnick, verbindet das Album neue Stücke mit überarbeiteten Songs aus der Pandemiezeit. Die Produktion setzt auf analoge Wärme, klare Stereobilder und einen bewussten Verzicht auf Übersteuerung oder Effekthascherei. Stilistisch deckt „Somos“ ein breites Spektrum ab: „Spinout“ (davon existiert auch eine Fassung von Eddie Angels „Nebenband“ NEANDERTHALS), und „Numbskull“ stehen für klassischen, rhythmisch präzisen Surf-Rock. „Polaris“ greift melodisch und rhythmisch auf alte TORNADOS-Nummern zurück, die Handschrift von Joe Meek ist klar erkennbar. „Genesee River rock“ greift Chuck Berry-Elemente auf, während „Bad apple“ leicht funkige Strukturen integriert. Die Band demonstriert technisches Können und ein tiefes Verständnis für die amerikanische Gitarrenmusik der 1950er und 1960er Jahre. Der Fokus liegt klar auf Präzision, Transparenz und einem gleichmäßigen Spannungsverlauf über 15 Titel hinweg. Das Ergebnis ist ein geschlossenes, sorgfältig arrangiertes Album, das weniger auf Energie als auf Kontinuität und musikalische Reife setzt. „Somos“ dokumentiert den aktuellen Stand einer Band, die ihre Formensprache perfektioniert hat und sie mit souveräner Gelassenheit fortführt.

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