
Hach, ich steh ja auf so einen Sound, der ein bisschen wuchtiger um die Ecke kommt als das ganze introvertierte Gothen-Zeug, das seit 40 Jahren immer nur auf demselben ausgelutschten Knochen herumkaut, als gäbe es nix Neues mehr zu entdecken. Doomiger Goth, gerne mit Metallkanten, etwas Shoegaze, Leidenschaft und einer amtlichen Produktion, damit kann man mich locken und begeistern. Bands wie DEAD SOUL, FOTOCRIME, frühe PARADISE LOST, MADRUGADA, GRAVE PLEASURES stecken hier alle ein wenig mit drin, was ich in vollen Zügen genieße, und wenn da jetzt noch jemand eine Schippe Pathos draufkippen möchte, ist mein Interesse voll da. Genau das tun die vier Schotten mit dem nicht gerade leicht auszusprechenden Namen dann auch, ohne cheesy zu wirken. Für mich klingt das nach einer modernen Version dessen, was Anfang der 1980er als „Death Rock“ von Bands wie NUNS, 45 GRAVE oder CHRISTIAN DEATH begonnen wurde, nur konsequent weitergedacht, mit modernster Technik vollfett aufgenommen und um eine dominante Gitarre mit prägnanten Riffs erweitert. Dem einen oder der anderen wird das möglicherweise zu viel Pathos sein, vor allem wenn die Sängerin mal ihre geübten Stimmbänder walten lässt, aber im Hintergrund schreit sich als Kontrast immer noch jemand die Seele aus dem Leib. DMS: Doom-Metal-Shoegaze, das trifft den Nagel auf den Kopf.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Kalle Stille