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SOUNDS OF RUHRGEBIET

Zepp Oberpichler

Ein eher unscheinbares Buch mit einem Gitarrenumriss auf dem Cover – ein anderer Verlag hätte da vielleicht eher einen Irokesenpunk draufgepackt, nur so aus flashigen Gründen. Musik aus dem Ruhrgebiet? Grönemeyer, Klaus Lage, GEIER STURZFLUG ... könnten älteren Menschen einfallen, KREATOR, SODOM, THE IDIOTS, LOKALMATADORE, KASSIERER den anders sozialisierten. Aber ... die gibt es hier alle nicht. Der Duisburger Zepp Oberpichler, den man unter anderem von SCHLAFFKE & ZEPP, JIMMY KEITH & HIS SHOCKY HORRORS und KUPERBERG GOLD kennt, ist Jahrgang 1967 und versucht mit diesem Interviewband nah dran an der eigenen Punk-Biografie und jenseits großer Namen den „Geist“ des Ruhrgebiets zu erfassen, das heute eine Metropolregion sein will und in den 1970ern und 1980ern vor allem arm und dreckig war. Dafür hat er sich Protagonist:innen gesucht, bei denen sich teils erst beim Lesen offenbart, was für spannende Geschichten zur Musikkulturgeschichte der Region zwischen Duisburg und Dortmund sie erzählen können. Christiane Schaefer-Winkelmann etwa, in den 1970ern Redakteurin beim „roten“ WDR und an diversen provokanten Filmen über Jugendkultur beteiligt. Crocker von UPRIGHT CITIZENS. Der legendäre Willi Wucher. Stefan Kleinkrug von EXTRABREIT. Peter Bursch und Stefan Stoppok? Musikalisch sind letzere beide eher uninteressant, aber doch spannende Zeitzeugen. Zepp kennt diese Menschen, den detailreichen Gesprächen merkt man die Vertrautheit an, und so ergibt sich zwar kein umfassendes Bild jener Zeit, aber das Buch leistet wertvolle dokumentarische Arbeit. Das schreit nach einem zweiten Band, Anregungen siehe oben – und dann bitte auch mehr Interviewpartnerinnen.

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