
SPLIZZ verfolgen auf ihrer 12“ weiterhin einen helleren X-MAL DEUTSCHLAND-Ansatz und addieren die GRAUZONE-Zutaten so gekonnt, dass sie irgendwo zwischen beiden Bands pendeln und damit großartig punkten können. Das schmeckt nach 1981/83, riecht danach und bleibt mit langem Abgang am Gaumen hängen. Wer sich hier nicht an „Wütendes Glas“ erinnert, sollte diese Lücken schleunigst auffüllen, und „Incubus Succubus“ gleich noch dazu inhalieren, um zu verstehen, auf welchen Füßen das hier so hervorragend funktioniert. Die Mischung macht den Unterschied, denn beide Zutaten ergeben einen völlig neuen Geschmack, der rhythmisch getragen wird und nicht in die Monotonie verfällt, die man beim vierten Durchlauf von X-MAL DEUTSCHLAND durchaus spüren kann. Hier kann man sich stundenlang an der feinen Gitarre, den Bassläufen und den kleinen Dingen ergötzen, die so noch nicht da waren. Textlich jung und frisch, so wie es sein muss, und mit „W//W“ gibt es wahrscheinlich einen der wenigen Songs über Masturbation und das, was man im Idealfall dabei denken könnte. So sehr das auch nach dem letzten Jahrtausend klingen mag, so neu und brandaktuell ist es auf der anderen Seite, und verdammt noch mal sehr geil gemacht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #167 April/Mai 2023 und Kalle Stille
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