
Zu Weihnachten trank ich viel Kaffee und bereitete einen Kartoffelsalat (fast vegan, immerhin) zu. Das nahm einige Zeit in Anspruch und dabei bot es sich an, in Ruhe das Album von BALCONY’S PARADISE zu hören. Das passte ganz gut zu alternativen Weihnachtsvorbereitungen, denn dieses besinnliche LoFi-Werk baut sich recht gemächlich auf. Allein das Wassergetröpfel im Intro am Anfang ist eher was für Menschen mit niedrigem Blutdruck. Gemächlich stelle ich mir auch die beiden Menschen hinter diesem Projekt vor, Jeremy Tayler and Lorenz O’Tool. Die beiden saßen möglicherweise im Hinterzimmer ihrer Kreuzberger WG und nahmen halt mal was auf. Irgendwo zwischen schluffig-verkifftem Indie/Singer/Songwriter-Stuff, experimentellen Impro-Passagen und zeitweiligen Punkrock-Ausbrüchen hat „Spot The Difference“ einen schönen Homerecording-Charme, der auch durch das hübsche selbstgetüpfelte Cover unterstützt wird. Billig aufgenommene DINOSAUR JR-Platten und das Schaffen von J Mascis überhaupt können hier gut als Wegmarken gesehen werden. Die 300er-Auflage der LP wird sicher bei Gigs in irgendwelchen Berliner Freiräumen weggehen. Insgesamt fehlt mir allerdings so ein bisschen der Drive bei der ganzen Sache. Vielleicht doch mal eine Zulpe weniger rauchen?
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #154 Februar/März 2021 und Daniel Müller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Gary Flanell