
1977 kam George Lucas’ „Krieg der Sterne“ in die Kinos und man muss wahrscheinlich nicht mehr im Detail darauf eingehen, was für ein monströses Franchise daraus in den Folgejahren wurde, das heute immer noch weiter gemolken wird. Eigentlich hatte Lucas eine erneute Adaption der „Flash Gordon“-Comics geplant, stattdessen drehte er dann seine eigene Space Opera. Natürlich rief der riesige kommerzielle Erfolg von „Krieg der Sterne“ zahlreiche Nachahmer auf den Plan – gerade die italienische Filmindustrie war berühmt-berüchtigt für ihre drittklassigen Kopien ausländischer Publikumsrenner. Und wenn ein Film, der ein Jahr nach „Krieg der Sterne“ entsteht, den Titel „Star Crash – Sterne im Duell“ trägt (der italienische Titel ist eigentlich „Scontri stellari oltre la terza dimensione“, also „Sternenkämpfe jenseits der dritten Dimension“), kann man sich ungefähr denken, was einen hier erwartet, zumal Luigi Cozzi (ehemals Regieassistent von Dario Argento) nur ein Drittel des Budgets des Originals zur Verfügung hatte. Und so heißt es im Lexikon des internationalen Films, Cozzis Film sei ein „langatmiger Science-Fiction-Film ohne inszenatorische und tricktechnische Höhepunkte“ und „auch schauspielerisch unbeholfen“. Zu den bekannteren Gesichtern gehören darin das Bond-Girl Caroline Munro, der herausragende Charakterdarsteller Christopher Plummer, Joe Spinell (der mit Munro auch in „Maniac“ zu sehen war) und ein noch unbekannter David Hasselhoff. Und die allerdings nicht sonderlich bemerkenswerte Musik stammt tatsächlich von Bond-Komponist John Barry. Die Blu-ray- und DVD-Neuauflage dieser extrem trashigen Star-Wars-Kopie („a masterpiece of unintentionally bad filmmaking“), die auch schon bei SchleFaZ zu Gast war, besitzt eine ordentliche Qualität und als Bonus noch eine „europäische Langfassung“.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen