
Die LP, die sich offenbar aus zwei EPs zusammensetzt, klingt exakt wie zwei EPs, deren Rückseiten man aufeinandergeklebt hat, und nicht wie eine homogene LP. Die B-Seite ist deutlich kompakter und durchgehend düster, während die A-Seite irgendwo zwischen mehreren Tracks mäandert, die miteinander nicht so richtig zünden wollen. Ich verstehe den Ansatz, der wahrscheinlich auch in Tanzclubs zwischen Gesprächsfetzen funktionieren kann, aber auf meinem Plattenteller, so ganz alleine, reicht es maximal für „ganz okay, irgendwas fehlt“. „Über den Wolken“ von Reinhard Mey kann man covern, muss man aber nicht. Kurz ratlos bin ich auch bei der deutschen Übersetzung des größten Hits von BAUHAUS, „Bela Lugosi ist tot“. Einen ähnlichen Ansatz fahre ich stets dann, wenn im Radio ein Lied läuft, das ich nicht mag oder totgehört habe, dann übersetze ich simultan (Lieblingssong: „Mit oder ohne dir“ von UZwei), was dem Stück selten guttut und meistens zu einem entnervten Senderwechsel führt, auch weil ich überhaupt nicht singen kann. Übersetzungen haben oft etwas aus der Zeit, als Musikhörer noch zu ungeübt für englische Originale waren. Hier ist das Cover aufgrund der tragenden, leisen Stimme von Lara Stoll allerdings auf eine seltsame Weise gelungen, in ähnlicher Weise wie der „Hund von Baskerville“. Die zweite Seite ist düsterer, flächiger und wirkt in sich geschlossen, weil sie auf die versuchsweisen Tanzbeats verzichtet. Dunkler Synthpop, der auf der einen Hälfte zeigt, was auf kompletter Länge möglich gewesen wäre.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #184 Februar/März 2026 und Kalle Stille