
Wohl benannt nach dem bekannten US-Komiker Steve Martin, schrammeln sich STEVE MARTINS durch zehn Songs, die klingen wie aus den 1990ern. Als handgemachte Rockmusik mit kaputten Melodien der Sound der Stunde war und US-Bands wie DINOSAUR JR., PAVEMENT, BUFFALO TOM oder SONIC YOUTH für volle Indie-Discos sorgten. Allerdings kommen STEVE MARTINS nicht aus Seattle, Portland oder Chicago, sondern aus Polen. Genauer gesagt aus Oppeln und Posen, zwei mittelgroßen Städten im Landesinneren. Der Sound ist sonnig, fuzzy und ziemlich international, irgendwo zwischen Alternative, Post-Punk und Garage. Ich mag den Wechsel zwischen Dissonanz und Harmonie. Klassische Besetzung mit zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug. In den englischen Texten regieren die Metaphern und die Verzweiflung. Es gibt jede Menge „Ooohhs“ und „Aaaahhs“, Laut/leise-Dynamik wird gepflegt und die Hooks sind auch sehr catchy. Produziert hat das Debütalbum von STEVE MARTINS Marcin Klimczak (CF98, FERTILE HUMP) im Mustache Ministry Studio in Warschau. Mit diesem Album könnten sich auch in Westeuropa einige Türen für die Band öffnen, denn das Nineties-Revival mit Bands wie YUCK, PABST oder SUPERBLOOM hat gerade erst Fahrt aufgenommen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Wolfram Hanke