
In den letzten Jahren standen SWISS UND DIE ANDERN häufig in der Kritik. Grundlegend wegen Sellout-Vorwürfe oder der sektenähnlichen Sippschaft, die mit der Zeit aber inaktiv wurde. Dennoch weitet sich das Angebot in ihrem Online-Shop bis zu Winterjacken und Weihnachtsbaumschmuck aus. Im vergangenen September erschien das Album „Punk ist tot“ und hat bereits auf Spotify hohe Streamingzahlen erreicht. In den 14 neuen Liedern wechselt Swiss thematisch zwischen sich selbst feiern, dem Leiden unter Armut und Herzschmerz und dem Motto „Scheiß auf alles“. Das Ganze wird in bereits bekannte Lieder verpackt. „Nett werden“ ist „Smells like Teen Spirit“ zum Greifen nah und „Jung + frei“ beginnt offensichtlich mit der Melodie von „Stumblin’ in“. Daraus haben unlängst doch Helene Fischer und Florian Silbereisen „Schau mal herein“ gemacht. Traurig, aber wahr! Außerdem sprudelt vor Samples aus „Smells like Teen Spirit“, „Anarchy in the UK“ und „Blitzkrieg bop“, die aber nicht den Fremdscham-Faktor senken, der durch die Texte schon mehrfach ansteigt. Zum Beispiel wenn es um eine verlorene Hose oder das „Ficken für den Frieden“ geht. Swiss macht bedauerlicherweise oberflächliche, links-orientierte Musik, die eher für eine maximal große Hörerschaft ausgelegt ist, um von ihr zu profitieren.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und Tim Kallweit