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CORECASS

Tar

Startpunkt von „Tar“ ist eine kleine, neoklassische Suite, die am Klavier den atmosphärischen Ton setzt, der das Album durchdringt. Bereits der instrumentale Opener gibt Auskunft über die Mehrdeutigkeit in der Musik von CORECASS, dem Soloprojekt von Elinor Lüdde. „Ovar“ reißt ein Loch in die schwere Melancholie und wagt einen Blick in die Abgründe des Metal. Der nachfolgende Titeltrack baut sich um den ätherischen Gesang und die verhallenden Trompetenklänge herum eine Brücke, die Einlass in die Finsternis der Gedankenwelt bietet. Den musikalischen und textlichen Faden nehmen die Gastsänger:innen auf und vertiefen den emotionalen Graben, der „Tar“ umschließt. Die Growls von Ercüment Kasalar, der genau wie Lüdde bei der Metalband MOOR ist, beben vor Zorn, der Spoken-Word-Vortrag von Colin H. van Eeckhout (AMENRA) entfaltet seine gnadenlose Wirkung und gipfelt in Schreien absoluter Verzweiflung. Dazwischen entfaltet sich der sakrale Gesang von Barbara Lüdde, der Schwester der Multi-Instrumentalistin, die sie an Harfe und Klavier begleitet. Klassisches Instrumentarium trifft auf die Ausdrucksformen des Metal, ohne sich disharmonisch im Weg zu stehen.

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