
Bevor ich anfange, mein geraspeltes Süßholz über „The Apocalypse Dream“ auszukippen, ein kleiner Tipp: Spart euch das Lesen der Besprechung, rennt in den nächsten Plattenladen und kauft das Ding. Ich verspreche euch, dass ihr es nicht bereuen werdet. Kate Clover, die das geheime Kind von Debbie Harry und Iggy Pop sein muss, hat mit ihrem zweiten Album eine Powerpop-Perle veröffentlich, die so viel Punkrock und Energie im kleinen Finger hat, wie ich es momentan nur von den BAD NERVES kenne. Wenn das nicht schon Grund genug wäre, sich Hals über Kopf zu verlieben in die in Los Angeles geborene und aufgewachsene Musikerin, die schon früh von Bands wie den GERMS, THE GUN CLUB oder Johnny Thunders beeinflusst wurde, brennt sie live das Haus ab. Kate schreddert in Outfits, die die von Null in die Top 3 der subkulturellen Stilikonen katapultieren, die Gitarre zu Kleinholz, als wäre sie ein Schiffschaukelbremser, um einem im nächsten Moment einen Topf geschmolzener Marshmallows in den Gehörgang zu kippen. Zm Glück finde ich selbst beim zehnten Hördurchgang keinen Haken, vom Highspeed-Opener „The apocalypse dream“, über den Diabetes verursachenden Schmusesong „Damage control“ bis „L.A. prayer“ folgt Hit auf Hit auf Hit. Here comes the Love Bomb.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #177 Dezember 2024/Januar 2025 2024 und Joni de Groot