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SEOI NAGE

The Gentle Way

Im Bereich Neo-Krautrock versuchen sich ja inzwischen viele Bands, meist bleibt es beim wenig innovativen Kopieren bestimmter Stilmittel – sehr beliebt natürlich Klaus Dingers motorisches Schlagzeugspiel bei NEU!. Bei der Debüt-EP von SEOI NAGE (die Bezeichnung für den Schulterwurf im Judo) mit vier Stücken fällt gleich das Artwork auf, das ein wenig an das Cover des CAN-Albums „Future Days“ angelehnt zu sein scheint, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Musikalisch haben CAN hier auf jeden Fall ihre Spuren hinterlassen, denn SEOI NAGE klingen mit ihrer verspielten Rhythmik und den Funk-Anleihen deutlich bunter und exotischer als irgendwelche psychedelischen deutschen Gniedel-Combos der 1970er Jahre. Als Einfluss wird ebenfalls die Filmmusik der 1970er in Bezug auf Eastern und italienische Gialli genannt, aber auch das bauen SEOI NAGE eher subtil als offensichtlich in ihre Musik ein. Mit daran beteiligt ist, neben den mir unbekannten Jakob Hersch an Gitarre und Synthesizer und Anton Zimmermann am Schlagzeug, federführend Pogo McCartney aka Bastian Ottenhus von der Münsteraner Post-Punk-Band MESSER, früher bei der Punkband PRESS GANG aktiv. SEOI NAGE wirken bei der Aneignung solcher Krautrock-Sounds angenehm unverkrampft und erzeugen auch den hypnotischen Sog, der die oft improvisierten Stücke von CAN ausmachte, können aber ebenfalls sehr schöne Ambient-Soundscapes produzieren. Im November kommt ein komplettes Album, das darf man sich durchaus vormerken.

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