
2023 hatte ich in Blackpool beim Rebellion Festival die Chance, THE DICKIES mal wieder live zu sehen, jene Band, die Leonard Graves Phillips (voc) und Stan Lee (gt) seit 1977 von Los Angeles aus am Laufen halten. Und ... es lohnte sich, kein Zeichen von Schwäche(l)n. Andere Mitglieder kamen und gingen, diverse Punkmodewellen schwollen an und wieder ab, es gab Skandälchen wegen Phillips’ bisweilen losem Mundwerk, aber ... THE DICKIES machen weiter mit ihrem einzigartigen Trademark-Sound, der diesseits des Atlantiks höchstens in den TOY DOLLS eine Entsprechung findet. Die Markenzeichen der DICKIES: Musik wie eine auf 45 statt 33 gespielte Platte, dazu die nach Lachgas-Pitching und Cartoon-Stimme klingenden Vocals von Phillips. Und ... das Händchen der Band, nicht nur auf eigene Songs von ramonesker Schlichtheit zu setzen, sondern sich freihändig und zielsicher bei den Werken anderer zu bedienen. Auf ihrem Debüt „The Incredible Shrinking Dickies“ von 1979 waren das unter anderem „Paranoid“, das so von einem Depro-Schleicher zur fröhlichen Pop-Nummer wurde, und „Eve of destruction“, das ebenfalls von einer düsteren Hippie-Nummer zum Punk-Smasher auf Speed wurde. Auch zu jener Zeit dran glauben musste „Stille Nacht“, es findet sich unter den sechs Bonussongs, wie auch das famose „I’m ok, you’re ok“. Das Debüt und das ebenfalls aus dem Jahr 1979 stammende zweite Album „Dawn Of The Dickies“ wurden nun zum x-ten Mal im CD-Format neu aufgelegt, und wer schon alles hat von den DICKIES, kann weitergehen. Wer hingegen eine auch nach fast 50 Jahren immer noch für ein dickes Grinsen im Gesicht sorgende Band noch nicht entdeckt hat und auf physische Releases steht, sollte zugreifen. Auf „Dawn Of The Dickies“ zählen „Nights in white satin“ und „(I’m stuck in a pagoda with) Tricia Toyota“ zu meinen Favoriten, nicht zu vergessen das als Bonus enthaltene „Gigantor“, das einst eine gewisse Band aus Hannover bei der Namensgebung inspiriert haben soll.
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