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THE LAND OF RAPE AND HONEY (33 1/3)

Jason Pettigrew

Die Veröffentlichungen der „33 1/3“-Serie haben das Format des klassischen deutschen Reclam-Heftchens und man könnte, hat man noch nie eine in der Hand gehalten, der Fehleinschätzung erliegen, es hierbei mit einer auch inhaltlich dünnen Publikation zu tun zu haben. Das auch deshalb, weil es auf den ersten Blick ein sehr monothematisch-nerdiges Format zu sein scheint. Jedoch sind zum einen die Autor:innen der bereits sehr umfangreichen Serie allesamt journalistisch und/oder wissenschaftlich erfahren, zum anderen dient wie auch im Falle von MINISTRY das eine konkrete Album – hier: der dritte Longplayer „The Land Of Rape And Honey“ von 1988 – nur als Aufhänger, um die Geschichte und Genese von Al Jourgensen und MINISTRY zu erzählen. Die begann 1981 in Chicago und ist eng verknüpft mit dem dortigen Plattenladen und Label Wax Trax!, wobei mein Erstkontakt mit der Band wohl typisch war: Mit meiner jugendlichen Schwäche für New Romantic-Pop und Co. stieß ich ca. 1983 auf die Songs „I wanted to tell her“ und „Work for love“ – und konnte es Ende der 1980er kaum glauben, dass diese kitschige Popband sich plötzlich zum punkaffinen, aggressiven Industrial-Rock-Monster gewandelt hatte. Genau diese Entwicklung zeichnet der Musikjournalist Jason Pettigrew detailreich nach, unter Einbeziehung von Zeitzeugen wie Jello Biafra (der mit Jourgensen LARD machte) und Ian MacKaye (das famose Projekt PAILHEAD) und unter Berücksichtigung der komplexen Beziehungen Jourgensens in der Musikszene von Chicago. Ein wirklich lehrreiches Büchlein, das den Kontext verdeutlicht, aus dem heraus MINISTRY den bisweilen verkopften und unhörbaren UK-Industrial zum Massenphänomen morphten.

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