
Was macht eigentlich ... Ralph Spight? Eigentlich würde man den ja gerne längst schon wieder mal mit THE GUANTANAMO SCHOOL OF MEDICINE und Jello Biafra auf europäischen Bühnen stehen sehen, aber es ist leider unwahrscheinlich, dass sich da was tut. Seit über zwei Jahrzehnten schon hat Spight, der auch mal mit VICTIMS FAMILY, HELLWORMS und SATURN’S FLEA COLLAR Musik machte, seine eigene Band schon, mit wechselnder Besetzung. Im November 2024, als man im heimischen San Francisco ins Studio ging, bestand die Band neben Ralph (voc, gt, key) aus Henry Austin Lanman (bs) und Stark Raving Brad (dr), und es entstand „The Midnight Show“, das fünfte Album, das den Untertitel „Tales Of Toil And Frustration“ trägt. Zuletzt war 2018 „Misfortune Teller“ erschienen, davor war elf Jahre Pause. Wer mit dem sonstigen Schaffen von Spight vertraut ist, wird kaum mit dem „Demented Vaudeville Punk“ (so die Selbstbeschreibung) fremdeln – „Vaudeville“ ist das US-Begriffsäquivalent zu „Varieté“, von wo wir wiederum zu THE WORLD/INFERNO FRIENDSHIP SOCIETY kommen. Die gibt es beklagenswerter Weise nicht mehr, aber sie waren einst das perfekte Ostküsten-Gegenstück zu THE FREAK ACCIDENT. Wobei: Showmaster Spight neigt hier kaum zu burlesken Freakshow-Einlagen, sondern präsentiert eher einen stilistischen Querschnitt seines Lebenswerks – und man hört deutlich, wer die perfekte Ergänzung zu Biafras kreativem Input bei GSM war (ist?). Irgendwo müssen die Songs ja hin! Super Stoff für Menschen mit den entsprechenden Platten – siehe oben – im Regal.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #76 Februar/März 2008 und Jenny Kracht
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Joachim Hiller