
Man fragt sich ja häufiger, ob es eigentlich noch irgendwas aus dem reichhaltigen Fundus an Romanen und Kurzgeschichten des vor allem im Horror-Bereich bekannt gewordenen 78-jährigen amerikanischen Autors Stephen King gibt, das nicht in irgendeiner Form verfilmt wurde, sei es als Kinofilm oder TV-Serie. Von seinen sieben, unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlichten Romanen wurden bisher nur „Menschenjagd“ von 1982 unter dem Titel „Running Man“ 1987 mit Arnold Schwarzenegger verfilmt, gefolgt 1996 von „Thinner“ (basierend auf der „Der Fluch“ von 1984), 2025 gab es dann eine misslungene Adaption von „Todesmarsch“ von 1979 unter dem Originaltitel „The Long Walk“, den man auch problemlos in „The Long Talk“ umtiteln könnte. Aktuell nahm sich der Brite Edgar Wright noch mal „Menschenjagd“ an und hielt sich bei seinem „The Running Man“, der inzwischen auch auf DVD und Blu-ray erschien, stärker an die King-Vorlage als damals Paul Michael Glaser (der Starsky aus der Krimiserie „Starsky & Hutch“). Wright machte das erste Mal 2004 mit der Zombie-Komödie „Shaun Of The Dead“ von sich reden, ist aber immer gut für interessante Filme wie die Comic-Verfilmung „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“ oder zuletzt „Last Night In Soho“. Ähnlich wie Glasers Film ist auch Wrights Adaption vor allem ein temporeiches und gewalttätiges Action-Spektakel, das die dystopischen Anteile von Kings Geschichte und ihre Medienkritik eher oberflächlich abhandelt, dabei möglicherweise aber etwas mehr Tiefgang an den Tag legt. Trotz der optisch gelungenen Inszenierung wirkt Wrights anfangs noch sehr unterhaltsamer Film letztendlich wie durchschnittliche und seelenlose Massenware. Dass King den Film lobt, sollte einem zu denken geben, denn der mochte bekanntlich Stanley Kubricks grandiose Verfilmung seines Buches „Shining“ überhaupt nicht.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #142 Februar/März 2019 und Thomas Kerpen
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