THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 2

Das teils hysterische Gebaren bei der Durchsetzung des deutschen Jugendschutzes im Bereich DVD und Video durch Gerichte und Staatsanwälte war ja in den 1980ern und 1990ern nichts ungewöhnliches. Aber Tobe Hoopers „The Texas Chainsaw Massacre Part 2“, die Fortsetzung seines vom real existierenden nekrophilen Serienmörder Ed Gein inspirierten nihilistischen Horror-Klassikers „Blutgericht in Texas“ („The Texas Chainsaw Massacre“) von 1974, war schon ein spezieller Zensur-Fall. Denn der Film wurde 1990 während der Vorführung der englischen Originalfassung im Münchner Werkstattkino beschlagnahmt und danach nie offiziell in Deutschland veröffentlicht, auch wenn irgendwelche Bootleger später eine (schlechte) deutsche Synchronisation anfertigen ließen. 2016 gelang es dann Turbine, die Beschlagnahme aufzuheben, seitdem wurde der Film fleißig auf Blu-ray ausgewertet, überwiegend als kostspielige Mediabook-Veröffentlichungen. Inzwischen auch als 4K-Veröffentlichung im Mediabook mit mehreren, durchaus schicken Motiven. Zusätzlich gibt es über drei Stunden Bonusmaterial, darunter mehrere Audiokommentare (einer mit Mark Benecke), Interviews mit den Darsteller*innen und diverses anderes Hintergrundmaterial, wobei ein besonderes Highlight die deleted Scenes sind, die aber leider nur in sehr schlechter Qualität erhalten sind. Auch wenn der Film bei Fans des ersten Teils und Kritikern keinen guten Ruf besitzt, habe ich „The Texas Chainsaw Massacre Part 2“ schon immer für seine Exzessivität und schwarzhumorige, parodistische Attitüde geliebt, wofür schon das der Teenager-Dramedy „The Breakfast Club“ nachempfundene damalige Filmplakat der beste Beleg ist. Bis hin zum wilden finalen Kettensägen-Duell, das sich Dennis Hopper als Texas Ranger Lefty Enright mit Leatherface liefert.

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