
Thomas Mulitzer kennt ihr vielleicht als Sänger der Mundart-Punkband GLUE CREW oder Autor der Bücher „Pop ist tot“ und „Tau“. „Innergebirg“ ist nach „Der Sänger im Roggen“ nun sein zweites Solo-Album. Hier setzt er sich zehn Songs lang mit seiner Herkunftsregion auseinander. So besingt er das „Pongau“ oder auch seinen geschichtsträchtigen Heimatort in „Goldegg“ mit durchaus sehnsuchtsvollem, aber auch kritischem, sich von jedweden patriotischen Anflügen distanzierendem Blick. Das Wetter, der Tod, das Gasthaus der Jugendtage. Die Verlorenheit nach einer durchzechten Nacht, ein vertriebener Stallknecht und viele Kriminal- und Mordfälle. Mulitzer ist ein grandioser Geschichtenerzähler, dem man gerne dabei zuhört, wie er in seinem charismatischen Dialekt beispielsweise vorträgt, wie dieser junge Mann in „d’Rohrmoosgoss“ mit seinem Schlachtermesser sein Unwesen treibt. Die Musik dazu ist oft düster, melancholisch, gerne auf eine Akustikgitarre reduziert, oft aber auch vielfältig arrangiert, und kann beispielsweise wie bei „Scho wieda wos passiert“ oder „Da Bertei“ auch gerne beschwingter oder gar mit Bläsersatz daherkommen. Alles in allem ist Thomas Mulitzer hier ein kleines Meisterwerk gelungen, das all den Vertreter:innen des „neuen Austropop“ durchaus zeigen kann, wo der Bartl den Most herholt.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #183 Dezember 2025/Januar 2026 2025 und H.C. Roth