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COP-U-LATERS

To The Bone

Es ist immer wieder vollkommen überraschend, wie gut neue Musik aus Australien ist. Es gibt eine Vielzahl an Bands aus Down Under, die hier in Europa auf Tour gehen, die allesamt diesen typischen australischen Asi-Rock-Stil pflegen, was ich positiv meine. Aber es gibt auch exzellente Hardcore-Punkbands, wie zum Beispiel die COP-U-LATERS aus Melbourne, ein brandneues Projekt von Leuten, die von VICIOUS CIRCLE, DREAD und ABRASION kommen und da bereits seit Jahrzehnten Punkmusik spielen. Zwölf Songs befinden sich auf „To The Bone“, wobei kein einziger länger als eine Minute dauert. Was für ein geniales Hardcore-Gewitter ist das hier bitteschön? Wahnsinn! Das erinnert doch mal eindrücklich an die besten Zeiten der frühen 1980er Jahre. Das hier geht ausschließlich schnurstracks nach vorne, soll heißen es gibt energiegeladene Hardcore-Punk-Songs zu hören, die ohne nervige Breaks oder Metal-Plattitüden auskommen. Das kommt direkt von Herzen, aber hallo! Wunderbar, wie die vier Bandmitglieder ihr Wissen aus viereinhalb Jahrzehnten Punkrock eingesetzt und daraus diese neuen mega coolen Songs geschaffen haben. Die COP-U-LATERS geben die frühen CRO-MAGS als auch DISCHARGE als ihre Haupteinflüsse an. Aber wichtiger ist mir, was mein langjähriger Freund Paul von VICIOUS CIRCLE mir schrieb: „Tatsächlich haben wir damals in den 80ern Vinyl, Kassetten und Briefe ausgetauscht. Es gab ein großes Netzwerk von Bands, Einzelpersonen, Labels, Fanzines und Veranstaltern, die auf der ganzen Welt miteinander kommunizierten. Das Herausbringen von Platten, Tapes, Fanzines und Tourplanung erfolgte größtenteils mit einem knappen Budget, sowohl im lokalen als auch im internationalen Rahmen, mit Festnetzanrufen, Briefen und Post. Das war eine Zeit weit vor dem Internet, vor den sozialen Medien, in vielerlei Hinsicht war es eine einfachere Zeit. Die Leute haben eben Dinge möglich gemacht, wobei ich sehr schätze, wie motiviert sie waren, so dass sie alles Mögliche an Material herausbrachten und auch Leute in anderen Ländern fanden, die eine völlig andere Sprache sprachen, die aus einer anderen Kultur kamen und mit denen sie dennoch etwas gemeinsam hatten! Das war wirklich eine positive Sache, wenn man darüber nachdenkt.“ Bis heute pflegt Paul weltweit Freundschaften im Stil der 1980er.

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