
Seit 2014 schon existieren die – so die Selbstbeschreibung – „Hardcore Girls from Lima, Perú“, deren Name eigentlich ein Slogan, ein Aufruf ist: ¡Tomar control! Die Kontrolle übernehmen! Und ähnlich appellativ ist auch der Titel ihres Albums zu sehen: „Frente al miedo“. Sich der Angst stellen, ihr entgegentreten. Mit klaren, positiven Botschaften: Tierrechte, Veganismus, Straight Edge. Youthcrew-Hardcore als Vorbild, aber auf links und feministisch gedreht, denn im Original war das ja fast durchweg eine Jungens-Angelegenheit. Zu Hause in Peru aufgenommen, abgemischt von Don Fury, dem Miterfinder des NYHC-Sounds, ballern die zehn Songs der 45-rpm-12“ mit dominantem Zeigefinger-Gesang von July Salazar (und coolen Background-Shouts) absolut zeitgemäß. Die spanischen Texte sind auf der einen Seite des Textblatts abgedruckt und ein Zeugnis der Wut auf die Verhältnisse, aber zugleich auch der Selbstermächtigung. Oder, um es mit dem „mission statement“ an anderer Stelle auszudrücken, „... a tale about all violence, sadness, loss and disillusionment we face [...]“. Im Sommer 2026 sind sie auf Europatour, und ich hoffe, sie bringen noch ein paar mehr Songs mit, sonst sind die Shows nach 20 schweißtreibenden Minuten schon wieder vorbei.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #185 April/Mai 2026 und Joachim Hiller
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #145 August/September 2019 und Helge Schreiber