
Es gibt unzählige Bands, die sich in einem Neo-Krautrock-Umfeld bewegen und mehr oder weniger direkt auf die damaligen Pionierleistungen im Bereich deutscher Rock- und Elektronik-Musik Bezug nehmen. Aber es gibt wohl nur wenige, die das so hartnäckig betreiben, wie die Ende der 1990er in Osnabrück gegründeten SANKT OTTEN, die inzwischen nur noch aus dem Duo Oliver Klemm und Stephan Otten bestehen. 2000 erschien das Debütalbum „Eine kleine Traurigkeit“, ab 2009 wurden SANKT OTTEN-Platten dann bei Denovali veröffentlicht, wo jetzt auch das neue Album „Tote Winkel“ erschien, das ähnlich wie die Vorgänger „Symmetrie und Wahnsinn“ und „Lieder für geometrische Stunden“ ein an Mondrian und seine streng geometrischen Gemälde erinnerndes Artwork besitzt. Parallel dazu erschien das Album „Hymnen und Helden“ (Vinyl only) mit Coverversionen, wo SANKT OTTEN ihre DNA freilegen, in Gestalt von DAF, WIPERS, A FLOCK OF SEAGULLS, GRAUZONE, David Bowie, Günter Schickert und Harald Grosskopf („So weit, so gut“ von seinem ersten Album „Synthesist“). Grosskopf war auch schon 2013 Gast-Trommler auf „Messias Maschine“, neben Jaki Liebezeit von CAN, und hat aktuell auch einen Remix eines SANKT OTTEN-Songs erstellt. Sieht man mal von den gewohnt amüsanten Nonsens-Songtiteln ab, ist auch „Tote Winkel“ wieder eine sehr seriöse, ironiefreie Annäherung an die Berliner-Schule-Sounds von TANGERINE DREAM oder die Düsseldorfer KRAFTWERK, die nur wenige Bands in dieser gelungenen originellen Form und mit dieser atmosphärischen Qualität hinbekommen.
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