
Die Aneignung von Rockmusik auf den bisherigen Platten von TROPICAL FUCK STORM war schon immer recht „weird“, was eigentlich auch schon für THE DRONES galt, wo Frontmann Gareth Liddiard und Bassistin/Sängerin Fiona Kitschin vorher aktiv waren. Wahrscheinlich werden generell Fans von Nick Caves früherem Schaffen der australischen Band gegenüber nicht abgeneigt sein, die trotz leichter Pop-Einflüsse eher schleppend, depressiv und psychotisch klingt, und musikalisch auch mal ins komplett disharmonische Chaos abdriftet. Von avantgardistischer Rock-Dekonstruktion ist auch das Songwriting ihres neuen, vierten Albums geprägt, vier Jahre nach „Deep States“ entstanden, auch wenn TROPICAL FUCK STORM dabei weniger exzessiv wirken und eher sophisticated mit ihren BIRTHDAY PARTY- und CAPTAIN BEEFHEART-Einflüssen umgehen. Eine Hit-Single sucht man vergeblich und insgesamt wirken TROPICAL FUCK STORM auf mich diesmal ein wenig zu elegisch und „normal“, was sie für Cave-Fans aber noch interessanter machen dürfte.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #146 Oktober/November 2019 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #158 Oktober/November 2021 und Thomas Kerpen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #182 Oktober/November 2025 und Thomas Kerpen