ÜBER DEN DÄCHERN VON NIZZA

Der britische Regisseur Alfred Hitchcock, der seine größten Filme vor allem in den 1950er und 1960 Jahren in den Staaten drehte, gilt ja zu Recht als „Master of Suspense“. Auf die Frage nach den beliebtesten Hitchcock-Filmen würden wahrscheinlich wenige „Über den Dächern von Nizza“ („To Catch a Thief“, von dem auch John Woos „Once a Thief“ von 1991 nicht völlig unbeeinflusst gewesen sein dürfte) nennen. Dafür aber „Das Fenster zum Hof“, „Vertigo“, „Der unsichtbare Dritte“, „Psycho“ oder „Die Vögel“, die zusammen mit „Über den Dächern von Nizza“ im Dezember als 4K Ultra HD-„Alfred Hitchcock 6-Movie Collection“ erscheinen werden. Vorab gibt es „Über den Dächern von Nizza“ auch separat als restaurierte 4K Ultra HD-Edition, mit neuem Bonusmaterial, der normalen Blu-ray und Poster und Artcards. Auffällig ist bei „Über den Dächern von Nizza“ schon mal, dass der Soundtrack nicht von Bernard Herrmann stammt, der dafür aber die Musik für den im selben Jahr entstandenen „Immer Ärger mit Harry“ beisteuerte, eine der wenigen echten Komödien von Hitchcock. Dafür übernahmen die damals überaus populären Grace Kelly und Cary Grant wieder die Hauptrollen – Grant arbeitete viermal mit Hitchcock zusammen, Kelly dreimal, bis sie dann 1956 Fürstin Gracia Patricia von Monaco wurde. Einer meiner Hitchcock-Lieblingsfilme wird „Über den Dächern von Nizza“ sicher nicht mehr, der mehr Romanze (mit einigen versteckten sexuellen Anspielungen und Zweideutigkeiten) mit Screwball-Komödien-Momenten ist (wofür Grant natürlich bestens geeignet war) als ein echter Thriller. Viel Charme besitzt die an der französischen Riviera spielende Geschichte über einen ehemaligen Juwelendieb dennoch, der von einem anderen Juwelendieb kopiert wird, und diesem versucht auf die Schliche zu kommen, im Sinne der englischen Redewendung „take a thief to catch a thief“.

Anzeige