Foto

ULI SAILOR

Besser anders

Es gibt nicht viele Punkbands, die mit Klavier wirklich gut funktionieren, BUSTER SHUFFLE etwa. Aber ein Solo-Album mit Klavier und Punkrock-Attitüde, das ist definitiv eine Seltenheit. Uli Sailor kennt man von Bands wie TUSQ, TERRORGRUPPE oder D-SAILORS, bis er sich mit seinen Tasten selbstständig gemacht hat. Vor vier Jahren hat er angefangen, die Skatepunk-Helden seiner Jugend zu covern. NOFX, BAD RELIGION oder WIZO. „Punkrock Piano“ nannte er das Konzept. Davon gibt es zwei digitale EPs auf Bandcamp. Inzwischen gibt es auch eigene Songs des tätowierten Tastenmanns. „Besser anders“ ist sein erstes Piano-Solo-Album. Es bietet zehn Songs mit dem Spirit von TAGTRAUM oder KNOCHENFABRIK. Songs über Populisten, Gentrifizierung, Künstliche Intelligenz, Leben im Moment oder Wegwerfmentalität. Unterstützt wird Uli von Patrick Reerink (GUTS PIE EARSHOT) am Cello, Thorsten Scholz (BEATSTEAKS) am Bass, Guido Donot (DONOTS) an der Gitarre oder Chris Kotze (KOTZREIZ) am Schlagzeug. Die Punkrock-Posse aus dem Kiez ist am Start. Produziert wurde das Album halb in Berlin von Thies Neu (SHIRLEY HOLMES, FRAU DOKTOR), halb in Köln von Tobias Röger (WOHLSTANDSKINDER, SLIME). Das Ergebnis bewegt sich irgendwo zwischen Chanson, Punk und Indiepop. Funktioniert auch bestens, wenn das Normalo-Pärchen von nebenan auf einen Milchkaffee vorbeischaut.

Anzeige