
Dass THE CAPELLAS aus der britischen Szene stammen, hört man mit jeder Note: Ihr Debütalbum „Untamed“ ist eine mitreißende Verbeugung vor dem wilden, tanzbaren Rhythm’n’Beat der 1960er – roh, dreckig, und doch tight wie ein Maßanzug. Angeführt von Elsa Whittaker (THE JACK CADES, MISSING SOULS) am Mikrofon, schmettert das Quartett in zehn Songs alles raus, was Herz, Hüfte und Haltung braucht. JACK CADES-Kollege Mike Whittaker an der Gitarre sowie Mole (MYSTREATED, EMBROOKS ...) am Bass machen neben Drummer Yan Quellien das Quartett komplett. Neben neun Eigenkompositionen gibt’s als einziges Cover den Northern Soul-Klassiker „Love’s gone bad“ von Chris Clark – hier mit Garage-Schmutzschicht und maximaler Energie dargeboten. Stücke wie „Keep on moving“ oder „Untrue“ treiben schnörkellos nach vorn, während „Love prayer“ oder „Greener than green“ auch melancholische Töne anschlagen – allerdings ohne je ins Sentimentale abzurutschen. Der Sound ist direkt, warm und voller Live-Feeling: schnarrende Gitarren, rumpelnder Bass, stoisches Beat-Schlagzeug und darüber Whittakers Stimme, die zwischen rotziger Entschlossenheit und souliger Dringlichkeit changiert.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #181 August/September 2025 und Gereon Helmer