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REGIERUNG

Unten

Bereits 2017 waren die beiden 1992 und 1994 bei L’Age D’Or erschienenen Platten „So drauf“ und „Unten“ als LP bei Play Loud! neu aufgelegt worden ­– „Unten“ war ursprünglich nur auf CD veröffentlicht worden. Aufgrund des Labels würde man DIE REGIERUNG wohl reflexartig in die Schublade Hamburger Schule stecken, aber die ursprünglich aus Essen stammende Band war songwriterisch deutlich gefühlsbetonter und weniger intellektuell als andere L’Age D’Or-Labelkollegen. Abseits von Schlagerkitsch gibt es wohl nur wenige Künstler wie Frontmann Tilman Rossmy, die Beziehungsthemen dermaßen unpeinlich und elegant in ihren Texten verarbeiten konnten. Zwar hatte man sich auf „So drauf“ und „Unten“ deutlich emanzipiert von der noch ziemlich rumpeligen Frühzeit in Gestalt von Alben wie „Supermüll“ (1984) und „... so allein“ (1990) – ebenfalls beide auf Play Loud! wiederveröffentlicht –, aber ganz abgelegt haben sie ihren schrammeligen Garage-Sound trotz nuancierterer Pop-Momente eigentlich nie. Das gilt auch für die aktuellen Platten von DIE REGIERUNG, die sich nach länger Pause reformierten und 2017 eine neue Platte aufnahmen. „Unten“ wurde jetzt auf Tapete als CD wiederveröffentlicht, ergänzt um zwei Alternativversionen zweier Albumtracks (die auf Samplern erschienen), wo sich Rossmys Faible für Frauennamen sehr deutlich zeigt, etwa in Form ihres Hits „Corinna“. Heute würden DIE REGIERUNG sicher frenetisch abgefeiert (zu Recht, denn das Album klingt über 30 Jahre später immer noch großartig), damals hielt sich die Begeisterung in Grenzen, auch wenn der leider auch schon verstorbene Spex-Autor und GEISTERFAHRER-Frontmann Michael Ruff 1990 ihr Debütalbum „Supermüll“ als beste deutsche Platte der 1980er Jahre geadelt hatte.

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