
Von den einen werden sie als Visionäre und Wegbereiter eines ganzen Genres gefeiert, andere halten sie für gänzlich überbewertet und komplett verzichtbar. In einer Sache aber dürften sich im Vorfeld alle einig gewesen sein: Dass sich das dritte Studiowerk der Schweden mal so locker auf der Couch weghören lässt, davon war nicht auszugehen. Und wenig überraschend servieren die Skandinavier dann auch wieder richtig schwer verdauliche Kost. Fieses Djent-Gehaue trifft auf verstörendes Synthie-Geflirre, wilde Rhythmen auf hypnotisch-wabernde Zwischenparts und hasserfülltes Gegurgel auf entrückten Klargesang. Was regiert hier was? Das Chaos die Ordnung – oder umgekehrt? Schnell werden sich jedenfalls selbst eingefleischte Prog- und Experimental-Experten dabei ertappen, verzweifelt auf den nächsten Viervierteltakt zu warten. Dieser lässt sich allerdings in dem ganzen Sound-Wust dann tatsächlich auch finden („+ ylva +“, „+ sargasso +“). Dennoch bleibt die Platte auch im weiteren Verlauf eine durchweg anspruchsvolle Angelegenheit, nicht nur für die Ohren, sondern vor allem fürs Hirn. „Wo der Wald unter den Tannen der Ewigkeit singt“ – so lautet die deutsche Übersetzung des Albumtitels. Nicht das letzte Rätsel, das uns die Schweden mit ihrem neuen Werk aufgeben.
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Anton Kostudis
© by Fuze - Ausgabe #90 Oktober/November 2021 und Rodney Fuchs