Foto

TESSERACT

War Of Being

Eigentlich ist das fünfte Album der britischen Progger erst in 2023 erschienen, weshalb sich unweigerlich die Frage aufdrängt, warum es jetzt noch diese „Tour Edition“ braucht? Drei (zugegeben beeindruckend klingende) Live-Tracks hin oder her. Sei es drum, denn an der Klasse des Albums ändert sich dadurch grundsätzlich nichts. „War Of Being“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte der zwei intergalaktischen Wesen Ex und El erzählt, die sich auf interdimensionaler Ebene auf die Reise durch eine Welt begeben, die sozial und ökologisch der unseren ähnelt. Es liegt auf der Hand, dass diese Reise einige Abgründe der Existenz offenbart. Musikalisch haben die Briten das Ganze gewohnt cineastisch umgesetzt. Meterdicke Gitarrenwände bilden das Grundgerüst, in das jede Menge klangliche Verstrebungen eingezogen wurden, die sich auch wunderbar in diversen Filmsoundtracks machen würden. So meine ich, bei „Tender“ eine gewisse Ähnlichkeit zum Hauptthema des „Interstellar“-Scores erkannt zu haben. Ja, da überkommt die Hörerinnen und Hörer mit Sicherheit auch mal etwas Gänsehaut, aber für das Erzeugen von derlei Emotionen hatten TESSERACT ja ohnehin schon immer ein Händchen. Dass das Ganze auch in Sachen Sound brillant und opulent umgesetzt wurde, bedarf sicher keiner besonderen Erwähnung, da die Band hier ihrem eigenen Anspruch wieder perfekt gerecht wurde. Zwei schick aufgemachte Digipaks (die drei Live-Tracks befinden sich auf einer zweiten CD) im Pappschuber runden das Ganze ab. Müssen sicher nicht alle haben, kann aber dennoch ruhigen Gewissens gekauft werden. Und wer das Album ohnehin noch nicht hat, sollte nun natürlich zuschlagen.

Anzeige