
Mit ihrem Debütalbum „A Decade Full Of Setbacks And Mistakes“ ist dem Quintett aus Frankfurt, Berlin und Hamburg ein atmosphärisches Werk gelungen – melancholisch, intensiv und emotional. Treibender Punk, bedrückender Emo, melodischer Post-Hardcore und ein bisschen Poesie: Vergleiche mit TOUCHÉ AMORÉ und LA DISPUTE wurden schon zur Genüge bemüht – aber eben auch zu Recht. Die thematische Schwere der Platte bahnt sich ihren Weg durch rohe, bodenständige Screams, die Leid und Wut einer jungen, verloren geglaubten Generation transportieren. Spoken-Word-Passagen unterstreichen Momente von Reflexion sowie Verzweiflung. Auf den ehrlichen, ungeschönten Sound der Platte muss man sich vielleicht erst einlassen, dann aber tut dieser dem Gesamteindruck unglaublich gut. Zugleich verleihen WATCH ME RISE ihren Tracks bereits ab dem Opener „Calico“ einen natürlichen Groove, der unentwegt durch das Album flowt. Zwischendrin: viel Raum für Wirkung. So vereint etwa „Resign“ eine feine Ambivalenz, vordergründig monotone Screams, im Hintergrund verspielte Gitarren. Dazu reduzierte Drums, die unterstützen, aber niemals die Show stehlen. Bestechend ist auch „In red“ mit seiner Vehemenz und Vielschichtigkeit. Einfach alles, was in den knapp 30 Minuten geschieht, besitzt Sinn und Funktion und macht „A Decade Full Of Setbacks And Mistakes“ zu einem beeindruckend leidenschaftlichen Debüt in DIY-Manier.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Paul Drießen
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Jeannine Michèle Kock
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Andreas Kleen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #147 Dezember/Januar 2019 und Paul Drießen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Marcell Rogmann