
Die Jungs von WATCH ME RISE scheinen, mal ganz oberflächlich betrachtet, wohl keine so geile Zeit hinter sich zu haben. Das tut mir ehrlich leid. Aber zugleich wissen sie echt, wie man diese Misere in packende Songs kanalisiert. Melodischer Post-Hardcore mit ausgeprägter melancholischer Neigung ist nun eigentlich nicht mein Kompetenzbereich, dennoch hat mich das vertonte Jahrzehnt des Frusts sofort gepackt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass WATCH ME RISE knackige Songs schreiben, die allesamt die nötigen Alleinstellungsmerkmale besitzen, um sowohl im Albumkontext als auch als Einzelwerke hervorragend zu funktionieren. „Marad“ hat großartigen Background-Gesang, „(For) Friede“ ist aufgrund des gleichzeitig melancholischen wie hoffnungsvollen Gitarrenriffs ein echter emotionaler Vorschlaghammer, „I thought you were stronger“ ist ein wunderschönes Instrumental – und das sind nur drei frühe Beispiele aus einem Album, das in seinem Verlauf an Intensität zulegt. Oft fühle ich mich hinsichtlich der Emotionalität an MEWITHOUTYOU erinnert, was ein großes Kompliment sein soll. Wenn mich das schon so packt, möchte ich doch hoffen, dass das Album unter Genre-Fans ordentlich für Aufregung sorgt. Der Band würde ich es definitiv gönnen.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Paul Drießen
© by Fuze - Ausgabe #112 Juni/Juli 2025 und Jeannine Michèle Kock
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Andreas Kleen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #147 Dezember/Januar 2019 und Paul Drießen
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #141 Dezember/Januar 2018 und Marcell Rogmann