
Vor dreißig Jahren in Halle gegründet, beweist das Sextett, dass es weiterhin Punk ist, aber keinerlei Kompromisse macht, weder beim eigenen Sound, geschweige denn bei den Texten, nur um „dazuzugehören“. „Alle klingen wie TURBOSTAAT ... “ kommt nicht von ungefähr nachdenklich daher über das, was heute ins Punk-Genre einsortiert wird. Ohne Kumpanei, Bierbestechung oder Ähnliches, diese Band liebe ich geradezu! Weil sie so unter dem Radar fliegt und ich froh bin, sie durch unser Heft entdecken zu können. Post-Punk, Wave, Orgel, Deutschpunk, verklausulierte Texte oder auch mal allzu deutliche, es ist einfach nur gut! Man nehme „Ich bin was ich bin“, der wie verspätete Grüße an THE CLASH aufschlägt, mit einem Text zum Abfeiern: „Punk ist kein Parteibuch / Punk braucht keine Wachen / Punk ist schon längst tot / Oder was du und ich daraus machen“. Auch ums „Aufschlagen“ geht es in „Baseballschlägerjahre“, die die Jungs hautnah in der Nachwendezeit miterlebten. Einziger Kritikpunkt (exklusiv und mein Luxusproblem): Die letzten beiden Lieder sind mir inhaltlich doch zu viel des Guten. Während auf dem Vorgängeralbum „Zuversicht und Kippen“ mit „Bitterfeld“ und „Aber nicht unseren Namen“ noch zwei Mitsingsongs ertönten, wird es hier am Ende etwas zu kopflastig. Who cares. Prost nach Halle!
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