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WILD BILLY CHILDISH & CTMF

House On Fire

Drei Jahre nach „Failure Not Success“ erweisen sich CTMF als derzeit präziseste Form, in der Billy Childish seine seit Jahrzehnten verfolgte Idee von Rock’n’Roll formuliert. Der Chathamer Musiker, Maler sowie zentrale Figur der Medway-Szene, hat nie Interesse daran gezeigt, seine Methode zu modernisieren; vielmehr wird sie hier weiter verdichtet. Aufgenommen in den Ranscombe Studios in Rochester, setzt das Album auf altbekannte Klangästhetik: Gitarren mit scharfem Biss, mehr und mehr Fuzz-Attacken, Julie Hampers stoischer Bass und Wolf Howards ökonomisches Schlagzeugspiel, das den Songs eine fast mechanische Geradlinigkeit verleiht. Inhaltlich rückt Childish stärker als zuletzt lokale Geschichte und persönliche Erinnerungen in den Vordergrund. „The magpie’s flown“ reagiert auf den Abriss des All Saints-Hospitals in Chatham, Childishs Geburtsort, und verwandelt kommunale Nostalgie in knorrigen Working-Class-Blues. Das von Hamper initiierte Titelstück „House on fire“ entwickelt sich aus einer zunächst intimen Vorlage zu einer kantigen Rache-Ballade mit rollendem Rhythmus. Daneben stehen kompakte Stücke wie „Bridge burner“ oder „Have you seen the devil?“ als Beispiele für Childishs knappe Songarchitektur, während die Cover von den SAINTS („Untitled“ vom 77er-Album „Eternally Yours“) und YARDBIRDS („Shapes of things“) die genealogische Linie zwischen britischem R&B, Proto-Punk und Medway-Garage offenlegen. In einer Diskografie, die längst dreistellige Größenordnungen erreicht hat, wirkt „House On Fire“ weniger wie ein Bruch als wie eine konzentrierte Fortschreibung des Prinzips: Reduktion, Direktheit und eine Haltung, die Rock’n’Roll nicht als Stil, sondern als Arbeitsethos versteht.

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