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WIR KONNTEN ES NICHT ANDERS! - Gewalt und Gewalterfahrungen der subkulturellen Szene in Ostdeutschland 1979 bis in die Gegenwart

Jakob „Schrammel“ Geisler

Schrammel hat hier unter Mithilfe von dreißig Potagonisten:innen der subkulturellen Ost-Szene, abrundenden Zwischentexten und hintergründigen Einschüben von Ray Schneider, ganze Arbeit geleistet. Hier werden authentische Einblicke gewährt in die Subkulturen im Spektrum Punk-Antifa-Autonomia. Gegenkultur in Gegenden, in denen das wehtat – und wehtut. Sehr persönlich, ehrlich, mitunter bruchstückhaft, aber immer vereinnahmend. Der Fokus liegt auf Gewalt. Hier verliert sich niemand in Szeneromantik, hier werden die Archive geöffnet, und alte – schlimme – Geschichten erzählt. Aus aktuellem Anlass, denn Schrammel stellt im Vorwort klar: So etwas wie „Baseballschlägerjahre“ existieren für ihn nicht. Nichts ist gut oder gar vorbei: „Es gibt nur ruhigere Zeiten und heftigere Momente.“ Siehe Nachrichtenlage, Wahlergebnisse. Es beginnt mit der „Subversiven dekadent-feindlich-negativen Jugend“ und endet mit „Weltverschwörung, Umsturz und Klima-Endzeitstimmung“. Dabei wird der Gewaltbegriff auch aus dem Kontext staatlich-bürgerlicher Anfeindungen „den Anderen“ gegenüber verstanden. Hier gibt es neben einigen heroischen Anekdoten vor allem schonungslose Einblicke ins Subkulturleben mit obligatorischem Feindkontakt. Schrammel: „Ein Heldenbuch ist das nicht! Es ist kein Buch, was aufzeigt, wie ‚taff‘ wir Punks, Autonome und subkulturellen Menschen sind ... noch viel weniger soll es uns als Opfer darstellen ... es soll die menschliche Seite unserer Subkultur zeigen.“ Folks, Szenegrößen und einige Hidden Champions haben euch viel zu berichten.

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