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Your Heaven, My Hell  –  Wie Heavy Metal mich gerettet hat

Mille Petrozza, Torsten Groß

Eigentlich ist der langweiligste Teil von Autobiografien von Künstler:innen in der Regel der zu Beginn, wenn es um die Aufarbeitung der eigenen Kindheit geht, die nicht immer zwingend etwas mit dem späteren musikalischen Werdegang zu tun hat. Ausnahmen bestätigen die Regel und eine solche ist die Autobiografie von Miland „Mille“ Petrozza, geboren 1967 in Essen  –  sein Vater kam als Gastarbeiter aus Italien ins Ruhrgebiet –, der seit über 40 Jahren Gitarrist, Songschreiber und Sänger von Deutschlands bekanntester und auch international enorm erfolgreicher Thrash-Metal-Band KREATOR ist. Die hat ihren Proberaum immer noch im Kulturzentrum Zeche Carl in Altenessen, von wo aus sie ab Anfang der 1980er Jahre zu den Wegbereitern von Metal in Deutschland wurden, auch wenn keiner der Beteiligten zu diesem Zeitpunkt ernsthaft an eine Musikerkarriere dachte. Auch wenn Mille kein großer Fan von Thomas Schadts 1989 entstandener Dokumentation „Thrash Altenessen“ ist, gibt diese doch durchaus treffend das damalige Lebensgefühl wieder, denn Musik war für die Metal-Youngster eine Art Fluchtmöglichkeit, um dem tristen Alltag im vom Zechensterben gezeichneten Essener Norden zu entkommen. Genau das beschreibt Mille (with a little help from Musikjournalist Torsten Groß) sehr anschaulich, nahbar und selbstkritisch in seinem Buch und meint das mit dem Untertitel „Wie Heavy Metal mich gerettet hat“ auch vollkommen ernst. Mille beschränkt sich dabei auf die Zeit bis Anfang der 1990er, bevor KREATOR in eine Phase kreativer Orientierungslosigkeit gerieten. Was seinen durchaus humorvollen „Bildungsroman“ in besonderem Maße auszeichnet, ist sicherlich auch, dass er selbst für Menschen ohne die geringste Ahnung von Metal extrem spannende Lektüre bietet.

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