
ZEMEZLUC, die sich 1986, also zur Zeit des Eisernen Vorhangs in Brno, CSSR gründeten, waren Teil der sogenannten zweiten Punkwelle in der Tschechoslowakei. Im Buch „Warschauer Punk Pakt“ wird die erste Veröffentlichung von ZEMEZLUC als Polit-Pogo-Punk in der Diskografie gelistet. Vom Sound her wurde da geradlinig rausgebolzt, durchaus mit Charme und an alten Finnen-Punk erinnernd. „Z Extrému Do Extrému“ („Von einem Extrem zum anderen“) war 1997 das sechste Album der Band. Auch wenn das schwarzweiße Coverfoto eher an eine Crust-Band dieser Jahre erinnert, spielten ZEMEZLUC immer noch einen sehr rauhen, punklastigen Sound, den sie allerdings mit Hardcore-Elementen mischten. Wie abwechslungsreich das Album ist, zeigen die vier folgenden von insgesamt 17 Songs. So ist „Naruby“ ein klasse Hardcore-Punk-Smasher, während „Svet napohled“ eher Streetpunk ist. „Armády sveta“ ist ein herrlicher Punkrock-Song, wie er in dieser Zeit auch von DIE SCHWARZEN SCHAFE hätte kommen können, aber stellenweise klingen sie auch wie AGROTÓXICO, etwa bei „Cek smejd“. Die Texte sind politisch, wie der Titelsong, „Penize“(„Geld“) oder eben auch „Naruby“. Das Album wurde jetzt fast 30 Jahre später vom tschechischen Label PHR noch mal aufgelegt, mit neu gemastertem Sound und auf durchsichtiges Vinyl gepresst. Und dankeswerterweise liegen auch englische Übersetzungen bei.
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #100 Februar/März 2012 und Simon Brunner
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #149 April/Mai 2020 und Daniel Schubert
© by Ox-Fanzine - Ausgabe #180 Juni/Juli 2025 und Triebi Instabil