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Mannheim kann Ex-DDR, und zwar problemlos! Bei einer Blindverkostung hätte auch ich diese Band irgendwo zwischen Aschersleben, Radebeul und Fürstenwalde gesteckt, irgendwann in den frühen 1990ern als das Begrüßungsgeld noch nach frischen DM-Scheinen roch und in Musikinstrumente investiert wurde, anstatt in eine Satellitenschüssel für den Westempfang. Die VERLIERER minus deren NDW-Input, nicht mehr ganz so räudig wie SCHLEIMKEIM, aber mit derselben tristen Jugend im Nacken. Tja, und dann sind das drei Typen aus Mannheim, die diesen schnörkellosen Punk spielen, der die Eröffnung des ersten Baumarkts in der Region und die Schließung des letzten HO-Markts gerade eben noch erlebt hat. Punk, kurz angeschlagen, durchgehende Becken, kein Firlefanz, dreckiger Gesang, gerade so gespielt, dass man schnell mal alles liegen lassen konnte, um aus dem Übungsraum zu rennen, den Bundfaltenhosenfaschos mit dem hölzernen Sportgerät eine aufs Maul zu geben und den Song anschließend zu Ende zu bringen. Da bleibt keine Zeit für irgendwelchen Schnickschnack. Das klingt jetzt nicht unbedingt neu, nicht innovativ, aber verdammt gut, außerdem riecht es nach Braunkohle, Zweitakterabgasen und Wofasept. Ist es ein Sakrileg, wenn sich Wessis Ost-Punk quasi kulturell aneignen? Keineswegs, wenn er so verdammt gut gemacht ist!

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