Interviews & Artikel : RASTA KNAST :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

RASTA KNAST

Schwedenpunk will never die!

Wer erinnert sich nicht gern an "Die Katze beißt in Draht", "Generation des Untergangs" oder etwa "Räuberstaat"? Perlen deutschsprachigen Punks, zu denen man sich einfach, Fäuste in die Luft, ins Pogogetümmel stürzen muss! Jawohl RASTA KNAST sind wieder da und live kommt ihr fieser "Deutschpunk schwedischer Prägung", Marke STREBERS, RADIOKTIVA RÄKER und natürlich ASTA KASK, eh am besten! Wirklich weg waren sie nie, doch die Bandaktivitäten hielten sich seit dem 2001er Album "Bandera Pirata" und kurz darauf folgenden Split-Veröffentlichungen (CRISPY NUTS, AGROTÓXICO) im überschaubaren Rahmen.

Wie auch die Punkrock-Welt sich weiterdrehte, so rotierte zusehends das Besetzungskarussell, so dass in die Band um Mastermind Martin (Gitarre, Gesang), lange Zeit nie richtig zur Ruhe kam. Nach langer Suche komplettierte bisweilen Atti (Bass) das Line-up, das mit Phill (Drums), Peter (Gitarre) und natürlich Martin live gerade wieder sehr aktiv ist. Man munkelt jedoch, dass das Besetzungskarussell noch weitere Runden drehen wird. Trotzdem werkelt die Band momentan an neuen Songs und hat zudem, getreu dem D.I.Y.-Spirit, kurzerhand das bandeigene Label Varning! För Punk Records aus der Taufe gehoben. Darüber kam 2007 "Live In São Paulo", welches einen guten Überblick über das bisherige Bandschaffen bietet und zudem eine Hommage an das heiße Treiben auf dem südamerikanischen Kontinent darstellt. Längst dem reinen Deutschpunk-Kontext entwachsen, ist die Band auf der ganzen Punkrock-Welt zu Hause und spielt dabei, Klischees hin oder her, immer schön vorbei am Musikbusiness! Passend dazu kam Martin gerade von einem längeren Afrikatrip zurück, als ich mal nachhaken wollte, wie es denn um die Band so stünde. Die prägenden Eindrücke vom schwarzen Kontinent spielen vorerst jedoch keine Rolle, denn nachfolgend soll das aktuelle Bandgeschehen Thema sein.


RASTA KNAST sind zurück und quicklebendig. Die Szene, ja die gesamte Musiklandschaft hat sich in der Zwischenzeit verändert. Martin, wie habt ihr euch wieder gefunden, wann hat es wieder gekribbelt? Vor allem, wie ist das Feedback aus der Szene, und wie siehst du das alles mittlerweile?

Wieder gefunden? Mussten wir gar nicht, wir hatten uns nie verloren! Das einzige Problem war, dass wir keinen festen Bassisten hatten und ein Geeigneter sich nicht so schnell finden ließ. Erst mal sollte er zu uns und unserer Mucke passen - klar! Und da wir alle ziemlich weit voneinander entfernt wohnen, auch aus der Nähe sein, zumindest von irgendeinem von uns. Diese Kombination erwies sich jedoch als gar nicht so einfach. So sucht man, probiert aus, steht wieder kurz still und sucht weiter. In dieser Phase konnten wir nicht sehr kreativ sein und Konzerte nur vereinzelt geben. Dank Atti aus Hannover hatte das erst mal ein Ende. Aber die weiten Entfernungen zwischen uns, gepaart mit alltäglichen Pflichten, verlangten immer mehr ihren Tribut. Drummer Phill kommt aus Hamburg, Gitarrist Peter aus dem Ruhrpott, mittlerweile mit Zweitwohnsitz in Prag, und geprobt wurde eben in der Mitte, in Celle. Mit viel Mühe und Kosten ging das lange Zeit mehr oder weniger gut, wobei Probentermine zu finden und effektives Arbeiten an einer neuen Platte immer problematischer wurden. Mit Ach und Krach funktionierte das noch ein bisschen, aber irgendwann ist die Grenze wohl erreicht und so haben Phill und Peter sich entschlossen, damit aufzuhören. Peter wird weiterhin für RASTA KNAST noch im Hintergrund tätig sein und die beiden Nachfolger - aus der Nähe! - sind derzeit fleißig am üben. Beware! Zum Feedback aus der Szene, das hat sich nie groß verändert. Es kommen immer wieder neue, vor allem jüngere Gesichter dazu, aber auch die "alten Säcke" trifft man hier und dort immer wieder.

Mit "Live In São Paulo" habt ihr einen aktuellen Tonträger für das hungrige Volk parat. Das Tracklisting ist eine Art Best-Of, aber wie sieht es mit neuen Songs aus, in welche Richtung werden sie gehen und mit welchen Überraschungen darf dabei gerechnet werden?

Ja, die Live-Scheibe war längst überfällig! Dank meines Umzuges in die Nähe von Celle und der dadurch entstandenen Möglichkeit, mein Tonstudio wieder einzurichten, konnten wir diesen schönen Mitschnitt aus dem Hangar 110 endlich vernünftig abmischen und unters Volk bringen. Besser spät als nie! Bei den Songs für die neue Platte geht eigentlich alles seinen gewohnten Gang, nur die Zeit spielt nicht mehr ganz so gut mit wie früher, darum dauert es auch etwas länger. Verpflichtungen und die großen Entfernungen machen sich dann doch immer mehr bemerkbar, aber so ist es halt. Auf jeden Fall wird es automatisch irgendwie ein bisschen anders als der Vorgänger werden, sonst wäre es ja die gleiche Scheibe, hehe. Ist immer ein bisschen schwierig, im Vorfeld seine neuen Songs zu bewerten, aber ich kann sicher sagen, dass der Stil typisch RASTA KNAST sein wird, was auch sonst? Ob Überraschungen dabei sind, welcher Art auch immer, müssen die Hörer später selber entscheiden.

Einerseits seid ihr eine "typische" Deutschpunk-Band, andererseits jedoch sehr international ausgerichtet, gemeinsame Releases mit AGROTÓXICO und den japanischen CRISPY NUTS zum Beispiel. Von eurer Affinität zu Schweden ganz zu schweigen! Wo fühlen sich RASTA KNAST am wohlsten, werden weitere Projekte folgen, was können wir von den Brasilianern lernen?

Klar sind wir eine Deutschpunk-Band, wenn auch nicht ganz typisch. Unsere Vorliebe für geile Punkmucke aus der ganzen Welt, besonders Schweden, spiegelt sich auch zum Teil in unseren Songs wider. Am wohlsten fühlen wir uns von daher immer dort, wo wir gerade sind. Unsere meisten Auftritte sind natürlich hier und Touren durch Schweden, Brasilien, Japan oder sonst wo sind immer nur Ausflüge, aber wir fühlen uns nie fremd. Das ist ja das Geile und Interessante für uns daran, durch den Punkrock immer mehr Gleichgesinnte auf der ganzen Welt kennen zu lernen. Dadurch entsteht automatisch die eine oder andere Zusammenarbeit mit Bands aus anderen Ländern. Wer weiß, wo es uns noch mal hin verschlägt, wen wir noch alles so kennen lernen und was wir dann zusammen machen ...Vielleicht ein Splitalbum mit einer Nordpol-Punkband?

Noch mal zum Thema Wohlfühlen! Fiel die Entscheidung zur Gründung eures Labels Varning! För Punk Records, weil ihr mit euren bisherigen Labels nicht mehr zufrieden wart? Wie wichtig ist für euch D.I.Y. in diesem Zusammenhang?

D.I.Y. ist immer das Beste, was einem passieren kann, vorausgesetzt, man hat die Möglichkeiten dazu. Keiner kann einen verarschen oder abzocken, du weißt immer am besten, was du willst und wie es gemacht werden soll. Die Gründung unseres eigenen Labels hatte allerdings nichts mit Unstimmigkeiten mit unserem bisherigen Label zu tun. Mit Nasty Vinyl aus Hannover waren wir super zufrieden und Labelchef Horst war ein echter Kumpel und immer korrekt. Leider verstarb er viel zu früh und wir mussten uns was überlegen. Da wir die Möglichkeiten hatten, über Peters altes Label Hass-Produktion unser eigenes Ding zu machen, gründeten wir Varning! För Punk Records.

ASTA KASK haben kürzlich ein erstaunlich gutes und frisches Album unters Volk geworfen. Wie fühlt es sich an, wenn scheinbar verblichene Helden plötzlich wieder aktiv sind, einem den eigenen Spiegel vorhalten? Wie steht es um die Kenntnis eures musikalischen Werkes bei den Schweden, wie ist der Kontakt?

Hammergeil, hätte nie gedacht, dass es ein Album einer meiner Lieblingsbands noch mal geben wird. Find ich immer cool, wenn sich alte Recken noch mal aufraffen und sich auf das besinnen, was sie am besten können. ASTA KASK war eigentlich der Auslöser für die Gründung von RASTA KNAST und ich hatte sie - bis zu ihrer Reunion - nie live gesehen, außer Bonnie mit COSA NOSTRA. Als ich davon hörte, dass es sie wieder geben soll und sie wieder live spielen, war ich hin und weg. Zum ersten Mal ASTA KASK live beim Punk im Pott, grandios. Ihr neues Album ist natürlich klasse geworden, keine Frage, und ich freue mich auf mehr. Immerhin gehörten ASTA KASK zu den wenigen Bands, die meine Jugend mitgeprägt haben. Einmal Schwedenpunk, immer Schwedenpunk! So lizenzierte auch das schwedische Punklabel Birdnest unseren ersten Longplayer und wir tourten zusammen mit den TROUBLEMAKERS durchs Land der Elche. Die Art unserer Songs war ja hier bestens durch ASTA KASK bekannt. Ich hoffe sehr, dass wir in absehbarer Zeit mal wieder einen Abstecher nach Schweden machen können. Ein paar Gigs mit TROUBLEMAKERS und ASTA KASK wären echt klasse!

Was hält dich beim Punk, außer Erinnerungen an die "gute alte Zeit"?

Ach, die gute alte Zeit, was für eine Phrase. Die gute Zeit war früher und die gute Zeit ist jetzt genauso, nur anders als früher. Früher war ich jünger, jetzt bin ich älter. Auf den Punk bezogen hat sich eigentlich nicht viel bei mir verändert, außer dass man mit der Zeit hier und da andere Prioritäten setzt und einiges umfassender beurteilt. Punk spielt immer noch eine große Rolle in meinem Leben, vielleicht hat sich meine Definition davon etwas verändert und die ist natürlich immer sehr individuell. Zum Beispiel bin ich aus voller Überzeugung Vegetarier, früher war mir das egal.

Lars Weigelt

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #78 (Juni/Juli 2008)

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