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Interviews & Artikel

RIPMEN

Staatlich subventionierter Psychobilly aus Berlin

Berlin ist einmalig – und fast immer pleite. Anscheinend weiß man hier trotzdem noch, was wirklich wichtig ist: Psychobilly. Die Stadt leistet es sich, die „Weltmusik“ der Berliner Billys THE RIPMEN bei der Produktion ihres neuen Albums „RIP. Rott In Pieces“ zu fördern. Keine andere Billy-Kapelle kann das von sich behaupten. Warum das so ist, erklärt Sänger und Kontrabassist Kubi im Interview.

Ihr seid wahrscheinlich die einzige staatlich subventionierte Psychobilly-Band auf der Welt. Erzähl mal, wie es dazu kam.

Es gibt in Berlin jährlich eine Ausschreibung des Berliner Senats für den so genannten Senatsrockwettbewerb. Wir haben uns da einfach beworben, da bei Qualifikation ein Aufenthalt im Tonstudio bezuschusst wird. Das Thema war in erster Linie „Weltmusik“ und ich habe persönlich gar nicht so sehr damit gerechnet, eine Chance zu haben. Unter allen Einsendungen wurden wir von der Jury aber doch tatsächlich ausgewählt. Wir hatten dann die Gelegenheit, für zehn Tage zu je sechs Stunden ins Studio zu gehen. Die Zeit hat zumindest für die grundlegenden Aufnahmen gereicht. Den Rest, wie Mix und so, haben wir dann wieder aus eigenen Mitteln finanzieren müssen. Es war aber eine enorme finanzielle Hilfe! Mal sehen, ob der Senat das auch weiterhin so handhabt. Bei dem momentanen Sparkurs, den Berlin fährt, denke ich, dass so was hinten runterfallen wird, was echt schade wäre. So viel ich weiß, sind anfangs unter anderem auch Bands wie DIE ÄRZTE und RAMMSTEIN mal so finanziert worden ...

Was müsst ihr dafür tun? Ein Lied über die Schönheit Berlins und die Vorzüge der Stadt schreiben?

Müssen wir nicht, tun wir aber so oft wie möglich. Berlin ist die Stadt, in der wir alle geboren wurden und zu der wir alle eine Verbindung haben. Hey, Berlin ist großartig! Aber die Berlin-Hymne soll besser ein anderer schreiben.

Was kommt jetzt? Sponsoring durch die Berliner Verkehrsbetriebe, Konzerte unter dem Coca-Cola-Logo?

Wie ich das sehe, sponsorn wir die BVG durch ständiges Zahlen des erhöhten Beförderungsentgelts. Wenn wir das umgekehrt machen sollten, müssten wir wahrscheinlich in Gelb auftreten ... und Gelb ist eine der Farben, die ich am meisten hasse. Das geht ja gar nicht. Coca-Cola muss auch nicht unbedingt sein. Mir wäre etwas in einer grünen Glasflasche lieber, es darf auch eine braune Flasche sein. Hauptsache ist, dass es schäumt. Langfristig wollen wir zusehen, nach der ersten staatlich geförderten Psychobilly-Band nun auch die einzig behördlich zugelassene Psychobilly-Band zu werden. Dann dürfen nur noch wir spielen! Aber mal nebenbei: Es gibt da immer wieder in der Szene die Diskussion, inwieweit die Musiker ihren Schädel für Werbung hinhalten dürfen. Ich sehe das recht entspannt. Die Leute leben davon, und alleine von den Plattenverkäufen kann doch kaum einer leben. Wenn also Sparky, oder wer auch immer, für einen bestimmten Modekatalog wirbt, dann ist das auch okay. Es wollen doch auch alle, dass er hauptberuflich den Rock’n’Roll-Clown spielt! Das kann man ohne Kohle aber nicht. Und wenn er „richtig“ arbeiten ginge, dann könnte er nicht mehr der 24-Stunden-Entertainer sein.

Warum hat es trotz der Förderung bis zur Veröffentlichung des neuen Albums so lange gedauert?

Die Aufnahmen waren kaum fertig, als wir gehörigen Stress in der Band hatten. Das war keine plötzliche Geschichte, sondern kam schleichend. Jedenfalls war dann der Moment da, wo die Bombe einfach mal geplatzt ist. Wir waren für einen Moment etwas orientierungslos, haben dann Heske in die Band geholt. Da nebenbei auch noch Konzerte anstanden, haben wir uns auch darauf vorbereiten müssen. Als wir endlich wieder unseren Fuß in die Studiotür gesetzt haben, hatte Rakow einen Verkehrsunfall und fiel doch eine ziemliche Weile aus. Da noch einige Overdubs einzuspielen waren, lag die Produktion für einige Zeit auf Eis. Zum Glück hat Sascha von Wolverine viel langen Atem bewiesen. Das war eine ziemlich nervenaufreibende Zeit ...

Jetzt ist also auch Tex Morton bei den RIPMEN. Warum? Anscheinend ist er allgegenwärtig: CHIP HANNA, KAMIKAZE QUEENS, NITRO 17, SUNNY DOMESTOZS.

Tex ist ein Freund und er ist halt ein super Gitarrist. Es ist klar, dass Tex viel unterwegs ist und es für uns dadurch ein Stück schwieriger geworden ist, Konzerte zu planen. Der Sound mit zwei Gitarren ist aber erheblich fetter und das macht alles wett. Momentan ist Tex mit den KAMIKAZE QUEENS gut unterwegs, das müssen wir dann eben berücksichtigen. Wir wollen aber keine Konzerte mehr ohne Tex spielen.

Ist das wieder einmal der sprichwörtliche Berliner Sumpf?

Das ist der Szenesumpf im Allgemeinen. Man schaue sich nur mal bei den Bands in der Psychobilly-Szene um. Es gibt viele Kombos, die sich aus Mitgliedern diverser Bands rekrutieren. Letztendlich liegt das wohl auch daran, dass einige Musiker versuchen, sich mit der Musik finanziell über Wasser zu halten. Da reicht eine Band selten aus.

Das Album wurde noch mit Gordian eingespielt. Haben sich die neuen Musiker schon in irgendeiner Form auf „RIP“ ausgewirkt?

Stimmt, das Album wurde von der ersten bis zur letzten Note von der alten Besetzung eingespielt. Musikalisch waren keine Außenstehenden involviert. Heske kam quasi während des Mischens zur Band und Tex erst nach der kompletten Fertigstellung. Lustig ist halt, dass in den Reviews überall zu lesen steht, dass Tex Mortons Gitarre möglicherweise den letzten Schliff in die Aufnahmen gebracht hat. Alleiniger Gitarrist auf dem Album ist aber Rakow, mit Ausnahme der Westerngitarre bei „Can’t remember“, die ich eingespielt habe.

Was ist besser an eurem neuem Album als bei den Vorgängern?

Ob es besser ist, will ich gar nicht beurteilen. Ich habe auch schon Leute gehört, die völlig auf die erste Platte stehen und denen die neue Platte zu hart ist. Ich persönlich empfinde die Platte als eindeutige Weiterentwicklung auf der ganzen Linie. Die Songs sind etwas weniger verspielt, die Songstrukturen sind eingängiger und musikalisch haben wir uns auch ein gutes Stück weiterentwickelt.

Wann holt ihr wieder die Panzerknacker-Kostüme aus dem Keller? Oder ist jetzt Schluss mit lustig?

Die Panzerknacker sind zu Grabe getragen. Das Outfit war nur für die Konzerte im Zuge des „Terror Of The Beagle Boys“-Albums gedacht, sollte also kein generelles Konzept für die Band auf Dauer darstellen. Das soll aber nicht bedeuten, dass jetzt Schluss mit lustig ist. Nach den Panzerknackern hatten wir eine Show mit fluoreszierender Schminke und Schwarzlicht, was einen coolen Effekt bringt. Kostüme werden aber auch zukünftig nicht ausgeschlossen sein. Das hängt vom Konzept der nächsten Platte ab, also mal sehen.

Igor Eberhard

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #86 (Oktober/November 2009)

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