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Interviews & Artikel

A STORM OF LIGHT

Tod der Menschheit

A STORM OF LIGHT präsentieren mit jedem Album ein Konzept, das auf der These beruht, seit der Entstehung von Leben auf der Erde habe es fünf Naturkatastrophen gegeben, die das gleichzeitige Aussterben mehrerer Spezies verursachten. In der Zukunft soll es ein sechstes Ereignis geben, das nicht auf die Natur, sondern auf das Handeln der Menschheit zurückzuführen sein wird. Gitarrist und Sänger Josh Graham ist der Mittelpunkt der Band und hat bereits auf dem ersten Album der RED SPAROWES diese These formuliert und verfolgt diese, nachdem er aus der Band wegen musikalischer Differenzen ausgestiegen ist, auch bei A STORM OF LIGHT weiter. Deren drittes Album „As The Valley Of Death Becomes Us, Our Silver Memories Fade“ erzählt vom Leben nach einem Tag X, den nur wenige Menschen überleben und die nun ihre Fehler Revue passieren lassen. Basis sind dabei aktuelle Themen wie Glaubenskämpfe und das Artensterben, die von der Band aus New York aufgenommen und zugespitzt werden. Im Zuge der Veröffentlichung des Albums beantwortet mir Graham via E-Mail ein paar Fragen über das Sein der Band und das aktuelle Konzept.

Jedem eurer Alben liegt ein Konzept zugrunde. Das letzte, „Forgive Us Our Trespasses“, handelt von der Vorstellung, dass sich die Erde Gedanken über ihre Existenz macht. Das aktuelle Album erzählt von einem Tag nach dem Tag X, nach dem es kaum Überlebende gibt, wobei sich diese Gedanken über ihr Fehlverhalten machen und ein Gefühl der Reue verspüren. Jedes Album soll also als Botschaft eine Warnung beinhalten. Seht ihr euch als eine Protestband?

Bis zu einem gewissen Grad sind wir eine Protestband, aber wir wollen nicht predigen, denn wir wollen nicht direkt als politische Band gesehen werden. Wenn sich Menschen mehr mit dem auseinandersetzen, was wir sagen, dann ist es großartig. Wenn sie sich jedoch nur für unsere Musik interessieren, ist es auch okay.

Habt ihr das Gefühl, dass die Presse eure Warnungen wahrnimmt? Wie geht ihr damit um?

Jedes Feedback von der Presse ist anders. Manche konzentrieren sich auf die Musik, manche auf die Konzepte. Ich denke, wenn man multiple Dinge in sich trägt, kann man nicht beides erwarten, aber ja, wir sind glücklich darüber, dass wir als eine Band mit einer Botschaft wahrgenommen werden.

In dem Konzept des aktuellen Albums geht es um den Tag X. Glaubt ihr, dass dieser kommen wird?

Wenn man bedenkt, dass unsere Sonne eines Tages sterben wird und wahrscheinlich unsere Erde mit in den Tod nimmt, kann man sagen, dass der Tag X auf irgendeine Weise tatsächlich kommen wird. Ob es uns bis dahin noch gibt, wird sich zeigen. Vielleicht ist unsere Generation die letzte, vielleicht existiert die Menschheit noch 20.000 Jahre. Das hängt davon ab, ob wir unseren Planeten weiter kaputt machen, und das effektiv genug, um uns selbst auszurotten. Es geht hier also nicht um das Aufstellen einer Hypothese, die Beschreibung einer Idee oder eines Ereignisses, sondern um eine detaillierte Darstellung unterschiedlicher Szenarios.

Der Song „Black wolves“ handelt von der Ausrottung von Tieren aufgrund der menschlichen Dekadenz. Warum habt ihr euch für dieses Thema den Wolf ausgesucht?

Ich habe den Wolf wegen der verschiedenen Konflikte gewählt, die ihn betreffend in den Vereinigten Staaten schwelen. In den verschiedenen Bundesstaaten und Nationalparks gibt es Bestrebungen, die Wölfe entweder zu retten oder auszurotten. Check mal die Seite defenders.org. Es handelt sich um die seit Jahrhunderten vorherrschende Angst, die Wölfe immer noch im Menschen auslösen. Dagegen steht die Tatsache, dass wir den Planeten bereits erobert haben und uns keine Sorgen mehr machen müssten. Es ist also ein total lächerlicher Konflikt, der dennoch vorhanden ist.

Wenn ich mir deine Texte anschaue, dann habe ich das Gefühl, dass die Natur für dich sozusagen Gott ist und du eine Art Glauben praktizierst – „Forgive Us Our Trespasses“, der Titel des zweiten Albums etwa, ist ein Bibelzitat. Was denkst du über die Verbindung von beidem und was ist deine Inspiration?

Als Erstes muss ich sagen, dass ich nicht an das Praktizieren einer Religion glaube, denn die Religion ist das Gift unserer Spezies. Unser Bezug zur Religion besteht nur daraus, religiöse Texte zu übernehmen, zu stehlen und abzuändern, um sie auf die Erde und Natur anzuwenden, denn dazu passen sie besser als zu einem imaginären Mann im Himmel. Hätten die Menschen den umfassenden Sinn einer verantwortungsbewussten Behandlung unseres Planeten früher verstanden, wäre er heute bereits ein besserer Ort. Ich glaube, dass die Natur heilig ist und respektiert werden sollte.

Wie kann man die Menschheit retten? Sollte man handeln, so wie es in einem SUICIDAL TENDENCIES-Song heißt, „Anarchy for me, fascism for you“?

Haha. Wir haben kein Interesse daran, dass die Menschheit gerettet wird. Eine bessere Frage wäre: Was können wir tun, um die Erde zu retten? Antwort: Tod der Menschheit.

Auf der aktuellen Platte sind wieder Künstler dabei wie Jarboe, ex-SWANS. Kommt ihr zusammen, weil ihr dieselben Überzeugungen teilt?

Wir haben noch nie mit unseren Gastmusikern über unsere politischen Ansichten diskutiert. Sie wissen offenbar, wer wir sind und wie wir denken, somit sind wir bisher davon ausgegangen, dass sie auf derselben Seite stehen wie wir.

„As The Valley Of Death ...“ ist das erste Album, das nicht bei dem Label Neurot, geführt von NEUROSIS-Gitarrist und -Sänger Steve Von Till und seiner Frau, sondern bei Profound Lore Records veröffentlicht wird. Warum habt ihr das Label gewechselt?

Für mich, als Mitglied von NEUROSIS, war es zu Beginn von A STORM OF LIGHT seltsam, mich nach einem anderen Label umzuschauen. Aber nach sieben Veröffentlichungen auf Neurot war es interessant zu sehen, was es noch so gibt. Profound Lore hat viele Gemeinsamkeiten mit Neurot, denn beide werden von einer kleinen Anzahl von Leuten betrieben und veröffentlichen gute Musik. Ich hoffe, dass sich die Fans durch unsere Zusammenarbeit mit beiden Labels auch mit der Musik des anderen Labels beschäftigen, die ihnen sonst entgangen wäre.

Nach der Katastrophe von Fukushima hat sich in Deutschland eine große Anti-Atom-Bewegung gebildet. Mittlerweile hat die Regierung dem Ausstieg zugestimmt, vergisst aber, dass es eine große Herausforderung ist, die damit entstehende Versorgungslücke zu schließen, die derzeit mit erneuerbaren Energien nicht gefüllt werden kann. Wie denkt ihr über den Atomausstieg und was könnte eine Alternative sein?

Gerade jetzt ereignet sich hier in der Gegend, in der wir leben, etwas, das mit dem Thema zu tun hat: Indian Point, das Kernkraftwerk, welches die Stadt New York versorgt, hat zwei Reaktoren, die aufgrund ihres Alters die Zulassung verloren haben. Um die beiden Reaktoren zu restaurieren, wäre eine Investition nötig, die so groß ist, dass es billiger wäre, in einen alternativen Plan zu investieren, in Solar- und Windenergie also. Es scheint also, als würden die beiden Reaktoren runtergefahren und New York City in Zukunft von erneuerbarer Energie versorgt werden. Es wäre super, wenn das passiert.

Wie sehen eure Pläne für das restliche Jahr aus? Gibt es eine Chance, dass ihr nach Deutschland kommt?

Wir werden im Oktober 2011 mit GHOST BRIGADE und INTRONAUT nach Europa kommen, und es wird definitiv ein paar Shows in Deutschland geben.

Matthias Lehrack

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #97 (August/September 2011)

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