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Interviews & Artikel

Cover-Ikonen

SUBHUMANS - The Day The Country Died (Spiderleg, 1983)

„So long to the world / That’s what they said / It’s 1984 and it’s all gone dead“. Der Refrain des Albumopeners „All gone dead“ ist ganz offensichtlich eine Anspielung auf Orwells Dystopie „1984“. Aber nicht nur. Man muss 1983 beziehungsweise 1982 (das Album wurde Mitte 1982 aufgenommen und im Februar 1983 veröffentlicht) wohl selbst bewusst erlebt haben, um die damals allgemein grassierende Endzeitstimmung nachvollziehen zu können, die die SUBHUMANS in Musik gegossen haben.

Ronald Reagan, Margret Thatcher und Helmut Kohl. Die britische Invasion auf den Falklandinseln und der daran anschließende zweimonatige Krieg. NATO-Doppelbeschluss und Wettrüsten mit Pershing II, BGM-109 Tomahawk und SS-20. Ein atomarer Erstschlag scheint nur noch eine Frage der Zeit. Die Arbeitslosigkeit im Vereinigten Königreich steigt unaufhörlich auf über 11%. Abgasgraue Städte ertrinken in anonymen Betonbunkern. Papst Johannes Paul II. besucht England. Nicole gewinnt den Grand Prix de la Chanson. Das alles verarbeiten die vier jungen Engländer zu 16 wütend-melodischen Hymnen der Resignation mit aussagekräftigen Titeln wie „Nothing I can do“, „Dying world“ oder „Big brother“, die nicht so recht in eine der vorhandenen Punkrock-Schubladen passen wollen. Klar ist, die SUBHUMANS sind in erster Linie dagegen. Und werden dadurch zur Zierde vieler Nietenlederjacken. Anti-Krieg („I don’t wanna die“). Anti-Eltern („Til the pigs come round“). Anti-Polizei, Anti-Religion, Anti-Medien, Anti-fast-alles („No“), Anti-Gesellschaft („New age“), und Anti-Raucher („Ashtray dirt“). Um nur ein paar zu nennen. Und sie zeigen dabei wenig bis keine Auswege aus der gegenwärtigen Misere auf. Dieser Unzulänglichkeit sind sie sich aber durchaus bewusst: „Inquiries, but no solutions / Faceless, empty illusions / Reasons are always pushed aside / Remember the day the country died“.

Diese Zerrissenheit spiegelt auch das von Nick Lant cartoonig schwarz-weiß gezeichnete Frontcover des Albums wider. Mittig im Vordergrund durchbohrt eine Kugel den stachelhaarigen Schädel eines Molliwerfers. Aus dessen Nase und weit aufgerissenem Mund spritzen explosionsartig dunkle Blutschwälle. Um ihn herum tummeln sich collageartig zusammengewürfelt unter anderem ein Priester, teilweise zu Fratzen verzerrte Polizisten, Soldaten, diverse Waffen, Raketen und Bomben, Friedhöfe, Stacheldraht, ein brennender Union Jack, in Flammen auflodernde Häuser und eine randalierende Gruppe gewaltbereiter Vermummter. Die Schlagzeilen der abgebildeten Zeitungen drehen sich ausnahmslos um die Schlagworte „riot“ und „fight“. In dieser ganzen Unruhe findet sich aber auch eine still stehende gesichts- und konturlose schwarze Menschenansammlung, die scheinbar ruhig ihre Schilder und Plakate in die Luft reckt. Sinnlos demonstrierend ...? Würde zwar zur Thematik „sterbendes Land“ passen, bleibt aber ein wenig vage.

Auch Lant selbst, der nahezu alle SUBHUMAN-Coverartworks gestaltet hat, ist ein Mysterium. Bis auf die Tatsache, dass er einige Titelblätter zur traditionsreichen, anarchistischen britischen Zeitung Freedom beigesteuert hat, gibt es keine verlässlichen Informationen über sein Schaffen als Künstler in den unendlichen Weiten des WWW. So schützt man also seine persönlichen Daten. Immerhin: Es gibt einen Detective dieses Namens in Leicestershire. Und genau dort findet sich laut Melton Borough Council eine unter „Nick Lant Sign Artist Studio“ gefasste Umbaumaßnahme eines Dairy Cottages zu einer Wohnung. Ist er das? Wäre in puncto Systemkritik zwar ein wenig inkonsistent, aber durchaus nicht unmöglich. Parallelen zu SUBHUMANS-Drummer Trotsky, der inzwischen – so viel Information gibt das Netz dann doch preis – mit seiner deutschen Lebensgefährtin in der niedersächsische Provinz ansässig ist, seinen bürgerlichen Namen aber weiterhin streng unter Verschluss hält, drängen sich auf. Aber egal. Was uns die SUBHUMANS mit „The Day The Country Died“ im Endeffekt mit auf den Weg geben wollen? „We’re the minority, got something to fucking say“ vielleicht. Oder doch eher „It’s another day / With nothing to say / And there’s nothing I can do“? Deine Wahl.

Anke Kalau

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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