Interviews & Artikel : OXO86 :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

OXO86

Schade, dass man Bier nicht streicheln kann

2013 war die seit 1996 existente Bernauer Ska/Punk-Institution OXO86 zuletzt im Ox vertreten. Zählt man die Split-CD mit MONA RELOADED und das Akustikalbum dazu, erscheint mit „Rien Ne Va Plus“ nun das neunte Album der Spaßmacher. Geändert hat sich nichts, und wer bei einem Festival als Headliner auf die Bühne klettert, hat definitiv vieles richtig gemacht. Ja, auch ich habe es schon erlebt, sie beginnen ihr Set und wirklich sofort steigt die Stimmung in der Zuschauergemeinde. Es wurde mal wieder Zeit für einige Fragen an Sänger Willi.

Rien ne va plus“, der Titelsong, ist wirklich der Hammer, ihn gibt es als Videoclip, auf der LP und als Single, die fast schon wieder ausverkauft ist. Alles richtig gemacht, oder? Ist eine Nachpressung der Single nicht doch notwendig?


Die Frage, ob wir alles richtig gemacht haben, stellt sich uns so nicht. Wir haben gefühlt alles wie immer gemacht. Sicherlich, wir haben es nach 22 Jahren Bandgeschichte endlich geschafft, ein offizielles Video zu produzieren, hierbei ging es aber nicht darum, etwas richtig zu machen, sondern vielmehr darum, dass wir einfach Lust darauf hatten. Kurz und gut, ich glaube wir haben, wieder einmal, richtig Glück gehabt. Zur Nachpressung ist zu sagen, dass wir zum einen ja noch ein paar Freiexemplare haben und zum anderen sind wir mit der Soundqualität der Single, genauer mit der, die das Presswerk abgeliefert hat, nicht zufrieden, somit müssen wir uns soundtechnisch noch mal zusammensetzen, bevor wir über eine Nachpressung nachdenken.

Du bist weiterhin als Lehrer tätig. Kannst du deine Popularität dort noch unter den Teppich kehren oder hören deine Schüler sowieso nur gleichaltrige, talentfreie sogenannte YouTube-Stars?

Meine „Popularität“ unterliegt temporären und altersabhängigen Schwankungen. Gelegentlich – wahrscheinlich immer, wenn ihnen OXO 86 bei YouTube „vorgeschlagen“ wurde – wird im Schulflur von einigen älteren Schülern hinter vorgehaltener Hand „Wenn Könige reisen...“ intoniert, wenn sie meinen Weg kreuzen. Grundsätzlich ist mein musikalisches Schaffen uninteressant für meine Schüler und mit jenen YouTube-„Stars“ kann ich sowieso nicht mithalten.

Mit „Ein guter Tropfen“ gibt es auch ein weiteres Trinklied. Wird es nicht allmählich Zeit, etwas zugunsten von einigermaßen gutem Wein zu singen, weil es auf Konzerten immer dieses untrinkbare Gesöff gibt? Beim Whiskey seid ihr ja immerhin bereits textlich und praktisch ...

Das ist richtig. Vor jedem Konzert halten wir beim Getränkehändler und neben dem Üblichen ist bei uns immer eine schöne Flasche Whiskey dabei. Wir haben dazu einen kleinen Koffer mit Gläsern und dann können wir im Bus schön quatschen und am Glas „nippen“. Ich selbst – und ich glaube Maik Jason sieht das genauso – finde Wein aber auch nicht schlecht. Warum wir Wein nicht auf dem Konzert trinken? Das liegt wohl weniger am Wein, als an diesen unsäglichen Plastikbechern, aus denen wir dann trinken müssten. Es gibt da in meinem Notizbuch noch einen Arbeitstitel: „Karo und Kadarka“. Vielleicht sollte ich mich mit diesem Text noch mal auseinandersetzen? Übrigens, „Ein guter Tropfen“ schließt Wein als Option nicht aus.

Gab es mal einen Release oder einen konkreten Gig, wo ihr dachtet: „Hey, wir kommen wirklich richtig an, das ist für mehr gut als „nur“ für die Oi!-Kneipe!“?

Ich finde Kneipen toll. Wofür soll denn dieses „für mehr gut“ stehen? Also grundsätzlich ging und geht es uns so, dass wir immer wieder überrascht sind, welche Resonanz unsere Platten haben und welchen Rückhalt wir bei unseren Konzerten erleben und welche Euphorie uns dort entgegenschlägt. Wir haben gerade das Endless Summer Festival in Torgau hinter uns gebracht, und wenn das Publikum lauter singt, als der Gesang auf den Bühnenmonitoren ist, dann kriegst du schon eine Gänsepelle vor dem Herrn! Gleiches haben wir aber auch in Kneipen, wie beispielsweise der Endstation in Torgau erlebt. Dort haben wir lange vor dem Erscheinen des Akustikalbums mal eine Akustikshow gespielt. Oder beim diesjährigen Oi! The Cup, wo wir in Bernau im Club am Steintor aufspielten. Obwohl, dort war es für den Oi! The Cup großartig, nüchtern betrachtet war das vielleicht doch nicht „mehr als nur ...“

„Auf geht’s“ hat starke Drums, Ska-mäßige Bläser und punkigen Gesang und ist der absolut kompletteste Song, den ihr je gebracht habt, finde ich, stimmt das in etwa?

Ich bin da völlig deiner Meinung, bei „Auf geht’s“ handelt es sich um einen starken Song. Das Besondere an diesem Song ist, dass das musikalische Grundgerüst dafür von unserem Trompeter Chris stammt. Wir haben dann Anfang, Mitte und Schluss mit Oxo-Sound versehen und fertig war das Teil. Ob es unser komplettester Song ist, vermag ich nicht zu sagen, weil mir Songs wie „Zeit, die nie vergeht“ oder „Wie Vampire“ auch sehr komplett erscheinen beziehungsweise einfach richtig gut gefallen.

Dann meint ihr, dass es „Schade“ sei, dass man nicht reich werden kann. Aber das verdirbt doch nur den Charakter. Ist reich sein an Lebensfreude und deren Verbreiterung nicht ohnehin euer Ziel?

Ich glaube, hier besteht eine Diskrepanz in der Beurteilung bzw. der Wahrnehmung unseres Liedtextes, denn die Textzeile, auf die du hier vermutlich anspielst, lautet: „Schade, dass man Bier nicht streicheln kann!“

Beim Punk heißt es zu diesem Thema immer „DIY“, mach dein Ding, und beim Oi! heißt es, bleibe dir und dem Kult treu, in Verbindung mit einer Freiheit. Aber was bleibt unterm Strich? Das reine Ausloten, wie man die persönlichen Grenzen zu seinen Gunsten verschieben kann?

Ach Gottchen, das kann jetzt ja nur in Phrasendrescherei enden. Zum Thema DIY kann ich nur sagen, dass ich das großartig finde, solange diese drei Buchstaben nicht als Entschuldigung für schlechte Qualität, Stumpfsinn, Kreativ- und Lustlosigkeit herhalten müssen. Mit dem „Skinheadkult“ verhält es sich für mich ähnlich.

Bei „Unsere Stadt“ wird es dann schier sozialkritisch. Offenbar dringt der Großstadtwahnsinn aus dem nahen Berlin mittlerweile bis ins eher beschauliche Bernau vor, wo man kaum noch trinken und tanzen gehen kann. Wird es da nicht Zeit für eine Initiative?

Auch das ist richtig, in unserer Heimatstadt gibt es mittlerweile kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Das ist bei uns natürlich auf die Stadtflucht vieler Berliner zurückzuführen als auch auf die sogenannte Vergleichsmiete, mit der die Vermieter ein Instrument zur Hand haben, mit dem sie praktisch jede Mieterhöhung durchsetzen können, die sie wollen. Die Vermieter, die da nicht mitmachen, bekommen es dann mit dem Finanzamt zu tun, weil ihnen unterstellt wird, dass ihre Mieten nur so niedrig seien, weil sie sich den anderen Teil der Miete „schwarz“ auf die Hand auszahlen ließen. Mit der kulturellen Landschaft verhält es sich ähnlich. Der Bernauer Club GuWa musste einem Autohaus weichen und im Dosto, dem Jugendtreff, passiert außer dem Kinderkino nichts Nennenswertes mehr. Initiative klingt super. Aber welche Initiativen waren denn in Berlin erfolgreich?

Ja, damit hast du natürlich völlig recht. Eingespielt wurde das neue Album in der Alten Post in Bernau. Wie war die Arbeitsatmosphäre, gelöst und locker? Gab es dabei schon lecker Bierchen oder doch Pfefferminztee?

Genau, wir haben gute Mikrofone und Technik gemietet und dieses Album im Proberaum eingespielt. Gemixt und gemastert hat das Album dann unserer Gitarrist Maik Jason. Die Arbeitsatmosphäre war so, wie es ist, wenn man das erste Mal eine Sache ganz allein auf die Beine stellt. Vielleicht kann man das mit dem Gefühl vergleichen, das viele von uns hatten, als sie ihre erste eigene Bude bezogen haben.

Was ist mit deinem Seitenprojekt TRINK- UND SING-GEMEINSCHAFT, gibt es da auch demnächst eine neue Scheibe?

Da ich und auch die meisten Jungs der TSG mit ihren Stammformationen genug um die Ohren haben, treten wir nur selten auf. Wir haben drei oder vier neue Stücke, über die „Verwertung“ haben wir uns aber noch keine Gedanken gemacht.

Markus Franz

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© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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