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Interviews & Artikel

SWINGIN’ UTTERS

Liebe, Wut und Frieden

Die SWINGIN’ UTTERS aus San Francisco sind das Sinnbild für bodenständige, unaufgeregte Bands, die zwar nie den großen Erfolg hatten, aber immer etwas Relevantes zu sagen haben. „Peace And Love“ heißt das neue, neunte Album der Kalifornier, das Ende August erwartungsgemäß via Fat Wreck Chords erschienen ist. „Peace And Love“ ist angesichts der gegenwärtigen politischen Situation in den USA und weltweit ein eher unerwarteter Titel. Unerwartet ist zudem die verstärkt politische Ausrichtung des Albums, auf dem Titel wie „Yes, I hope he dies“ wenig Interpretationsspielraum lassen. Seit dem Einstieg von Jack Dalrymple (ONE MAN ARMY, DEAD TO ME) als festem Mitglied leben sich bei den SWINGIN’ UTTTERS drei exzellente Texter und Songwriter aus, neben Dalrymple Sänger Johnny Bonnel und Darius Kozki. Tony Teixeira (bs) and Luke Ray (dr) sind neu dabei und kennen sich aus gemeinsamen Tagen bei den COBRA SKULLS und SCIATIC NERVE. Das Ergebnis ist das möglicherweise musikalisch variabelste, aber trotzdem rundeste und textlich eindringlichste Werk in der über dreißigjährigen Bandgeschichte.

Johnny, der Albumtitel „Peace And Love“ steht stark im Kontrast zu deinen wütenden Texten, ein bewusst gewählter Kontrast?


Darius kam auf die Idee, einen bereits halbwegs berühmten Albumtitel – „Peace And Love“ von THE POGUES – für unser bisher politischstes Album zu verwenden. Ich fand es wirklich genial, es in diesen schrecklichen, von Sexismus, Rassismus und blindem Nationalismus geprägten Zeiten so zu nennen. Frieden und Liebe sind das, was wir mehr als alles andere in dieser Welt brauchen. Es klingt so einfach, ist aber so schwierig umzusetzen. Und Wut muss sein, wir sind ja schließlich eine Punkband!

Im Opener des Albums, „Undertaker, undertake“ gibt es die Zeile „Back then punk and skin, but now drunk husband“. Hattest du dabei eine bestimmte Person vor Augen?

Tatsächlich mich selbst. Dabei dreht sich alles um mich und meinen Umgang mit Depressionen. Ein weiteres Lied über Selbstmord, das ich als Therapie für mich geschrieben habe. Es hilft.

Der Song „Dubstep“ handelt von dem Versuch des Menschen, Gutes zu tun, obwohl er im Kern böse ist. Was hälst du für das Schlimmste in jedem von uns und wie können wir es kontrollieren?

Das ist eine gute Frage und ich habe ein wenig Angst, konkret zu antworten, weil ich glaube, dass wirklich jede Person, die ich kenne, ein tiefliegende böse Seite hat. Unsere Denkweisen und Schwächen sind einfach zu komplex, um ein pauschales Urteil über ein gemeinsames Übel zu fällen. Am ehesten besteht dieses in einer negativen Grundhaltung, die könnte der Ausgangspunkt sein. Meditation ist für mich die beste Verteidigung gegen Negativität. Aber das funktioniert auch nicht bei jedem.

In „Deranged“ heißt es „The meaningless have meaning“. Wer beziehungsweise was sollte heutzutage eine größere Bedeutung haben?

Rational gesehen sollten auf jeden Fall erneuerbare Energien an Bedeutung gewinnen. Aber ein mitfühlender Mensch im Weißen Haus wäre schon ein Anfang. Der Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Transphobie ist eine weitere elementare Aufgabe. Das hat jeder Einzelne täglich in der eigenen Hand.

Nach einer mehrjährigen Bandpause hat sich euer Sound verändert. Die Folk-Elemente scheinen durch eine Art Shoegaze/Americana/Streetpunk-Mix ersetzt worden zu sein. War das eine bewusste Veränderung?

Es ist ziemlich offensichtlich, dass die RAMONES immer einen großen Einfluss auf unsere Musik hatten und haben werden, insbesondere beim Song „ECT“ vom neuen Album. Außerdem lieben meine Frau und ich die leider kürzlich verstorbene Aretha Franklin. Wir leben quasi nach dem Motto ihres Songs „Do right woman, do right man“. Hör dir einfach eine ihrer Platten an, es ist eine berauschende Erfahrung! Es ist wunderbar, dass jeder in unseren Alben etwas anderes erkennt, zumeist etwas anderes als wir selber. Ich liebe diese Vorstellung! Die Utters bestehen aus völlig auseinanderdriftenden Geschmacksrichtungen und wir wollen, dass unsere Platten das widerspiegeln. Musik ist eine unendlich kreative Ressource. Das Leben ist zu kurz, um sich ständig mit den gleichen Dingen zu beschäftigen. Ein Leben reicht ohnehin nicht aus, um sämtliche gute Musik dieser Welt zu hören.

Als eine der dienstältesten Bands bei Fat Wreck, wie erklärt ihr euch den andauernden Erfolg des Labels und seiner Bands?

Der Schlüssel ist gegenseitiger Respekt. Wir sind alle Teil einer Familie bei Fat Wreck, und jede Band, die mit uns tourt, erfährt diesen Respekt. Je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, respektvoll zu sein. Was uns als Band betrifft, spielen wir einfach immer weiter zusammen und scheren uns nicht um die Veränderungen in der Branche. Wir haben alle immer noch reguläre Jobs. Wir arbeiten also mehr, als wir mit der Band auf Tour sind. Auch für eine Band mit unserem Bekanntheitsgrad ist es extrem schwierig, von der Musik zu leben. Fat Wreck ist in dieser Hinsicht als Label flexibel und steht immer auf der Seite der Musiker. Das zusammen ist wohl die Erklärung für diesen Erfolg.

Daniel Schubert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #140 (Oktober/November 2018)

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