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Interviews & Artikel

NAPALM DEATH

NAPALM DEATH
Vom Industriemechaniker zum Grunzer

Vor etwa 15 Jahren gehörte mein Freund Michael zu den ersten, die einen CD-Player besaßen. Er kaufte sich wie ein Irrer eine CD nach der anderen – darunter auch „Scum“ von NAPALM DEATH, die ich seinerzeit unter der Kategorie „Staubsaugercore“ einstufte. Aber mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch bekanntlich an alles, und ich mich an NAPALM DEATH, die mir immer besser gefielen. Der Grindcore der frühen Werke wurde allmählich immer metallischer, nicht zuletzt bedingt durch ständige Line-Up-Wechsel. Seit vielen Jahren spielt bei NAPALM DEATH kein einziges Originalmitglied mehr, aber dennoch ist die Band stets glaubwürdig geblieben und hat ihre Wurzeln nie vergessen. Leider habe ich den Auftritt im AK47 in Düsseldorf Mitte der 80er nicht gesehen, habe mir aber von Augenzeugen davon berichten lassen. Das pressemäßige Interesse an NAPALM DEATH scheint, vor allem in den letzten Jahren, hauptsächlich bei den Metalblättern gelegen zu haben, jedenfalls ist mir nicht bekannt, in einem der kleineren Zines was über sie gelesen zu haben. Jedenfalls hatte ich Lust die Jungs ein wenig auszuquetschen, und Jan Jaedicke vom Rock Hard-Fanzine war so nett, mir die Kontaktadresse von NAPALM DEATH-Frontmann Mark „Barney“ Greenway zu geben (Danke nochmal!). Barney hat auf meine Anfrage prompt und sehr aufgeschlossen reagiert. Lest selbst, was er zu sagen hatte.

Barney, wie siehst du NAPALM DEATH musikalisch und einstellungsmäßig heute? Als Metal- oder als Punkband?

„Ich denke, dass die Band seit 1985 musikalisch gesehen Metal-Einflüsse hat, davor ging es mehr in Richtung von CRASS oder ähnlichen Bands. Aber Punk und Hardcore sind nach wie vor eine große Leidenschaft und ein starker Einfluss für einige in der Band. Ich glaube, dass wir, musikalisch gesehen, eine Mischung aus beidem sind. Von der inneren Einstellung her gesehen würde ich sagen, dass wir viel näher an Punk und Hardcore sind. So sehr ich Death Metal liebe, gibt es doch einige Bands und Fans, die ihre Ablehnung in die falsche Richtung lenken. Ich habe z.B. in einem Fanzine eine „Hardcore freie Zone“ entdeckt, sowie Statements wie „Hardcore sucks!“ auf dem Titelblatt. Wie stumpf ist das? Aber eigentlich ist es egal, ob du dich als Punk oder Metaller fühlst, solange du kein Arschloch bist.“

Du bist um 1990 herum zu NAPALM DEATH gestoßen. Hast du noch Kontakt zu deiner alten Band BENEDICTION?

„Ich treffe kaum noch welche von ihnen, was aber nicht daran liegt, dass wir keine Freunde mehr wären, seit ich zu NAPALM DEATH gegangen bin. Ab und an treffe ich BENEDICTION-Gitarrist Darren in irgendwelchen Nachtclubs in Birmingham. Ich glaube, dass sie als Band durch ziemlich miese Zeiten gegangen sind. Ich wünsche ihnen viel Glück!“

Wie war denn das Force Attack-Festival und gibt es eigentlich Unterschiede zwischen euren Fans in den jeweiligen Ländern, in denen ihr spielt?

„Das Force Attack hat gerockt! Ich spiele gerne auf Festivals wie diesem, wo alles etwas lockerer und entspannter abläuft. Ich fand es schon sehr beeindruckend, als alle Punks an einem der Festivaltage das Gelände verließen, um in Rostock einen Naziaufmarsch zu verhindern. Die Kids sind meistens sehr okay, egal wo wir gerade sind. Daher sehe ich die einzelnen Länder nicht als besonders unterschiedlich an, vor allem in Europa nicht. Nach all den Jahren, die wir mit NAPALM DEATH nun schon dabei sind, kommen sie immer noch und unterstützen uns, was uns sehr freut. Einige Gesichter sehen wir seit den Anfangstagen immer wieder!“

Deutschland 1, England 5?

„Das ist mir so was von egal! Ich liebe Fußball – Aston Villa, Celtic/St Pauli/Sporting Lisbon/Athletic Bilbao –, aber Länderspiele interessieren mich kaum, vor allem wegen all dieser englischen Nationalismus-Idioten. Die Nationalhymne singen? Für die königliche Familie? Fuck off!!! Nach dem letzten Deutschland-England-Spiel wurden hier im Radio die ganze Zeit Kriegslieder gespielt. Völlig bescheuert, wenn du mich fragst.“

Du bist ein großer Fan von „adult orientated rock“ und magst Bands wie JOURNEY etc. Welche AOR-Band magst du besonders, und welche Punk/HC-Band findest du gut?

„JOURNEY ist auf jeden Fall meine liebste AOR-Band, dicht gefolgt von, äh, CHICAGO und SURVIVOR. Meine Lieblings-HC-Band? Vermutlich MOTÖRHEAD – wegen der Inspiration für die Szene – sowie DISCHARGE, HERESY, SIEGE, INFEST, ATTITUDE ADJUSTMENT... eigentlich habe ich eine Menge Lieblingsbands!“

Glaubst du, das Tony Blair für Großbritannien gute Arbeit leistet? Oder gibt´s eine bessere Alternative?

„Ich hab´s geglaubt, als er das erste Mal gewählt wurde. Aber inzwischen ist es nicht besser als eine verwässerte Ausgabe der Konservativen. Scheiße, sie wollen viele Krankenhäuser privatisieren. Im Augenblick gibt es auf Seite der Linken keine Alternative, die stark genug wäre, dank mangelnder öffentlicher Unterstützung. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn die grüne Partei eine Chance bekäme. Außerdem sollten die Gewerkschaften wieder stärker werden.“

Was war dein Job, bevor du zu NAPALM DEATH gestoßen bist? Müsst ihr heute neben NAPALM DEATH noch arbeiten gehen?

„Ich war Industriemechaniker und habe in der Automobilindustrie gearbeitet. Damals war es heiß, verschwitzt, schmierig und ganz schön gefährlich. Und ja, ich muss immer noch arbeiten, wenn ich nicht nur von Luft leben möchte. Ich bin bei einem Unternehmen, das Videospiele vertreibt, was ziemlich cool ist, da ich total süchtig nach Videospielen bin. Daneben schreibe ich ein wenig für Magazine. NAPALM DEATH kann uns leider nicht in Form eines Gehaltes oder so unterstützen.“

Gibt es britische Bands, die bei uns bekannter sein sollten?

„STAMPIN´ GROUND, MUSE – klar, eine große Band, aber ich mag sie –, VOORHEES, LOCKUP, DUMBSTRUCK, SCALPLOCK ...ach, warum fallen mir immer so wenige britische Bands ein?“

Denkst du, dass Prinz Charles seinem Bruder Edward in den Arsch treten sollte, weil er Familienangelegenheiten zu Geld machen will?

„Prinz Charles geht auf Fuchsjagd, daher hat er kein Recht irgendwen wegen Dekadenz anzugreifen. Selbst seinen grausigen Bruder nicht. Ich kann keinen von ihnen ertragen!“

Würde er einen guten König abgeben oder würdest du lieber die Monarchie abgeschafft sehen?

„Die Monarchie ist veraltet, irrelevant und besitzt bzw. verbraucht viel zuviel vom Vermögen des Landes. Ich sage: weg damit – je eher, desto besser. Finde ich jedenfalls.“

Danke für das Interview!

Guntram Pintgen



Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #666

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