IKON

Simon Schwartz

Gleb Botkin, geboren 1900, war Sohn des Leibarztes des russischen Zaren. Die Auswirkungen der Oktoberrevolution erfuhr er am eigenen Leib, konnte dem Erschießungskommando der Roten Armee im Gegensatz zu seinem Vater aber zunächst in ein russisch-orthodoxes Kloster entkommen.

Parallel dazu zeichnet Simon Schwarz den Weg der falschen russischen Zarentochter Anastasia, einer psychisch labilen polnischstämmigen Bauerntochter namens Franziska Czenstkowski, nach. Ausgehend von zwar unglaublichen, aber überwiegend wahren Tatsachen, die er im Anhang feinsäuberlich belegt, entspinnt Schwartz in minimalistisch cartoonhaften Bildern (Yps anyone?) eine so fesselnde wie irritierende zusammengepuzzelte Handlung und erzählt – seinen grafischen Stil der Materie entsprechend angepasst – ganz nebenbei auch noch die Geschichte der Ikonographie.

Jeder, dem die Softcover-Standardausgabe mit Goldprägung nicht ausreicht, kann übrigens für 50 Euro eine auf 500 Stück limitierte Vorzugsausgabe im Leineneinband inklusive einer handsignierten, nummerierten Druckgrafik erwerben.

Fazit? Nichts ist, wie es scheint.