CURSIVE

The Ugly Organ CD

Fängt es so an? Ich hätte meinen Arsch verwettet, CURSIVE noch nie live gesehen zu haben, und dann sehe ich neulich bei Kollege Kai an der Wand das Poster von der letzten APPLESEED CAST-Tour. Und in Monheim waren da CURSIVE die Vorband - und ich war da! Habe die gesehen, für gut befunden - und konnte mich bis eben nicht mehr daran erinnern.

Schande über mich, gerade angesichts dieses feinen Albums. Und es ist eines dieser Alben, denen man wünscht, dass nicht zu viel ambitionierte Scheisse von deutungsgeilen Musikjournalisten über sie ausgekübelt wird, die zu einem guten Teil einfach so stehen gelassen werden sollten, wie sie sich aufbauen.

Nennen wir's einfach Post-Hardcore mit Cello und Orgel und dem Hang zum Symphonischen, zu komplexen, aber nicht uneingängigen Songs. NOMEANSNO minus deren verschmitzte Punkrockigkeit? RACHELS go Gitarrenrock? Who knows, aber die Richtung ist klar.

Kopflastig, aber nicht verkünstelt - und jetzt tauchen da auch Bilder auf vom Konzert, von wuseligen Musikern, von einer verblüffenden Cellistin, die ihr Instrument mit großer Hingabe bearbeitete.

"The Ugly Organ" - das ist ein bewußt doppeldeutiger Titel, der sowohl menschliche Körperteile wie das Musikinstrument bezeichnen kann, und scheinbar will die Band selbst sich auch nicht genau festlegen, was nun gemeint ist oder war oder sein könnte.

Und ähnlich verwirrend auch das Booklet, denn die Texte erweisen sich durch eingeschobene Regieanweisungen als durchgehendes Bühnenstück, wobei nicht klar wird, ob das nur eine Option darstellt oder wirklich so performt wird.

Schlaue Band für schlaue Leute, würde ich sagen. (38:44) (8/10)